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Demenz

In öffentlichen Debatten wird seit vielen Jahren beklagt, dass der Hilfebedarf, der infolge Alzheimer Krankheit oder einer psychischen Erkrankung mit ähnlichen Folgen entsteht, sehr unzureichend berücksichtigt wird.
Für die Einstufung in eine Pflegestufe wird in erster Linie berücksichtigt, wie viel Zeit eine Pflegeperson benötigt, um bei einigen wenigen Verrichtungen des Alltags (§14 SGB XI, Absatz 4) zu helfen. Diese Hilfeleistungen können durch psychische Erkrankung verursacht oder erschwert werden (mehr zum Pflegebedarf).
In den Richtlinien zur Einstufung (BRi) wird deshalb nicht eine bestimmte Diagnose sondern die erhebliche Einschränkung der Alltagskompetenz zum Maßstab genommen (§ 45a SGB XI). Dieser Begriff umfasst unterschiedliche Bereiche von Hilfebedarf. Hier ist die Liste dazu:

1. unkontrolliertes Verlassen des Wohnbereiches (Weglauftendenz);
2. Verkennen oder Verursachen gefährdender Situationen;
3. unsachgemäßer Umgang mit gefährlichen Gegenständen oder potenziell gefährdenden Substanzen;
4. tätlich oder verbal aggressives Verhalten in Verkennung der Situation;
5. im situativen Kontext inadäquates Verhalten;
6. Unfähigkeit, die eigenen körperlichen und seelischen Gefühle oder Bedürfnisse wahrzunehmen;
7. Unfähigkeit zu einer erforderlichen Kooperation bei therapeutischen oder schützenden Maßnahmen als Folge einer therapieresistenten Depression oder Angststörung;
8. Störungen der höheren Hirnfunktionen (Beeinträchtigungen des Gedächtnisses, herabgesetztes Urteilsvermögen), die zu Problemen bei der Bewältigung von sozialen Alltagsleistungen geführt haben;
9. Störung des Tag-/Nacht-Rhythmus;


10. Unfähigkeit, eigenständig den Tagesablauf zu planen und zu strukturieren
11. Verkennen von Alltagssituationen und inadäquates Reagieren
12. Ausgeprägtes labiles oder unkontrolliert emotionales Verhalten
13. Zeitlich überwiegend Niedergeschlagenheit, Verzagtheit, Hilflosigkeit oder Hoffnungslosigkeit aufgrund einer therapieresistenten Depression
(siehe BRi, Seiten 161-165)

Aufzaehlung Wie geht's ?

Menschen, denen bei der Begutachtung eine eingeschränkte Alltagskompetenz bescheinigt wurde können bis zu 2400 Euro jährlich für die Nutzung gerontopsychiatrischer Zusatzangebote in Anspruch nehmen und bekommen seit 1.1.2013 Monat für Monat Pflegegeld/Sachleistungen, auch wenn sie nicht die Pflegestufe I zugesprochen bekommen haben (Pflegereform 2012 pdf Logo).
"Eine erheblich eingeschränkte Alltagskompetenz liegt vor, wenn im Assessment wenigstens bei zwei Items ein 'Ja' angegeben wird, davon mindestens einmal bei einem Item aus einem der Bereiche 1 bis 9.
Eine in erhöhtem Maße eingeschränkte Alltagskompetenz liegt vor, wenn die für die erheblich eingeschränkte Alltagskompetenz maßgeblichen Voraussetzungen erfüllt sind und zusätzlich bei mindestens einem weiteren Item aus einem der Bereiche 1, 2, 3, 4, 5, 9 oder 11 ein 'Ja' angegeben wird." (BRi, Seite 41)
In vollstationären Einrichtungen, auch für die Kurzzeitpflege, kann zusätzliches sozialversicherungspflichtig beschäftigtes Betreuungspersonal für Heimbewohner mit erheblichem allgemeinem Betreuungsbedarf eingesetzt werden. Es soll möglich sein für 25 (ab 2015: 20) demenziell erkrankte Heimbewohner eine zusätzliche Betreuungskraft zu re-finanzieren (§ 87 b SGB XI).
Wenn die Pflegebedürftigen zu Hause versorgt werden, haben sie auch anspruch auf bis zu 31 € monatlich für zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel (§ 40 SGB XI).

Diese Leistungen werden nicht an die Versicherten direkt ausgezahlt. Wie bei Sachleistungen können anerkannte Pflegeeinrichtungen ihren Service bis zu einem Betrag in dieser Höhe direkt mit der Pflegekasse abrechnen. Oft werden Gruppentreffen ein oder zwei mal in der Woche angeboten. Einzelbetreuung in einer Einrichtung oder zu Hause sind aber ebenso denkbar. Allerdings kommt man bei einem Beaufsichtungsbedarf von 24 Stunden täglich, sieben Tage die Woche, mit 100 bzw. 200 Euro pro Monat nicht sehr weit.
Den Grundbetrag von bis zu 100 Euro monatlich können Versicherte beantragen, bei denen im PEA-Assessment wenigstens in zwei Bereichen, davon mindestens einmal aus einem der Bereiche 1 bis 9, dauerhafte und regelmäßige Schädigungen und Fähigkeitsstörungen festgestellt werden.
Zum erhöhten Betrag von bis zu 200 Euro monatlich ist berechtigt wer beim PEA-Assessment zusätzlich in mindestens einem weiteren Bereich aus einem der Bereiche 1, 2, 3, 4, 5, 9 oder 11 dauerhafte und regelmäßige Schädigungen und Fähigkeitsstörungen bescheinigt bekommt.*

Aufzaehlung Pflegestufe 0
Aufzaehlung Erläuterungen zur Bedeutung von Demenz und eingeschränkter Alltagskompetenz im System der ab 2017 gültigen Pflegegrade.

Aufzaehlung Verlässliche Informationen der Universität Freiburg zur Demenz in russischer und in türkischer Sprache

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BRi = "Richtlinien der Spitzenverbände der Pflegekassen zur Begutachtung von Pflegebedürftigkeit nach dem XI. Buch des Sozialgesetzbuches"
* Quelle: "Umsetzungsempfehlungen zur Feststellung von Personen mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz und zur Bewertung des Hilfebedarfs im ambulanten Bereich und zur Feststellung eines erheblichen Bedarfs an allgemeiner Beaufsichtigung und Betreuung bei Heimbewohnern vom 10.06.2008" (Stand vom 27.6.2008) Download am 1.7.2008 von www.mds-ev.de



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