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Krankheitsspezifische Pflegemaßnahmen

Diese Regelungen zu den „Krankheitsspezifische Pflegemaßnahmen“ werden mit der Einführung der Pflegegrade 2017 überflüssig.

Die Leistungen pflegender Angehöriger werden von den Sozialversicherungen in der Regel ignoriert. Bei den Einstufungen wurde dies besonders augenfällig und die RichterInnen am Bundessozialgericht entschieden, dass einige pflegerische Arbeiten bei der Berechnung des Pflegebedarfs unter besonderen Umständen berücksichtigt werden müssen.

Ein Beispiel: Wenn jemand regelmäßig (1) Hilfe beim Ankleiden braucht, wird die Pflegeperson im Rahmen dieser Verrichtung sicher auch helfen die Kompressionsstrümpfe anzuziehen. Kompressionsstrümpfe sind ein medizinisches Hilfsmittel und sie werden, wenn sie ärztlich verordnet wurden, von den gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) bezahlt. Die GKV würde auch einen Pflegedienst für's Anziehen der Kompressionsstrümpfe bezahlen, wenn das nötig ist.
Wenn Angehörige dabei helfen diese ärztlich angeordnete Maßnahme durchzuführen, wurde das nirgends berücksichtigt. Wer nicht allein lebt wurde so schlechter gestellt. Seit Anfang 2002 wird die Zeit für das Anziehen der Kompressionsstrümpfe ab Klasse 2 bei der Einstufung zeitlich berücksichtigt und führt so bei Manchen zu einer höheren Pflegestufe.
Dieser Gedankengang ist recht kompliziert und eine Folge der bürokratisch begründeten Trennung von Grundpflege (Pflegeversicherung) und Behandlungspflege (Krankenversicherung). Hier wird geteilt was oftmals zusammengehört.

In den Begutachtungsrichtlinien steht zu den krankheitsspezifischen Pflegemaßnahmen:
"Verrichtungsbezogene krankheitsspezifische Pflegemaßnahmen die aus medizinisch-pflegerischen Gründen regelmäßig und auf Dauer
• untrennbarer Bestandteil der Hilfe bei den in § 14 Absatz 4 SGB XI genannten Verrichtungen der Grundpflege sind oder
• objektiv notwendig im unmittelbaren zeitlichen und sachlichen Zusammenhang mit diesen Verrichtungen vorgenommen werden müssen.
Ausgangspunkt für die Bewertung verrichtungsbezogener krankheitsspezifischer Pflegemaßnahmen ist der Hilfebedarf bei der jeweiligen Verrichtung der Grundpflege nach § 14 Absatz 4 SGB XI. Verrichtungsbezogene krankheitsspezifische Pflegemaßnahmen stellen für sich allein gesehen keine Verrichtungen des täglichen Lebens dar und können deshalb nur dann berücksichtigt werden, wenn sie bei bestehendem Hilfebedarf bei den Verrichtungen der Grundpflege nach § 14 Absatz 4 SGB XI zusätzlich notwendig sind. Nur dann sind verrichtungsbezogene krankheitsspezifische Pflegemaßnahmen im Sinne eines Erschwernisfaktors bei der Feststellung des individuellen zeitlichen Hilfebedarfs für die jeweilige Verrichtung zu erfassen." (BRi, Seite 114)


(1) "Auch wenn bestimmte gesetzlich festgelegte Verrichtungen des täglichen Lebens nicht täglich anfallen (zum Beispiel das Baden), sind diese zu berücksichtigen so weit sie regelmäßig, das heißt mindestens einmal pro Woche und auf Dauer für mindestens 6 Monate anfallen." aus: BRi, Seite 47

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