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[6.1.2007]

Nur Hilfsmittel?

Roboter in der Pflege? Ein Blick in den Fernen Osten erweitert den Horizont europäischer Debatten.

Von autonomen Staubsaugern träumen viele und, für Firmen bezahlbar, gibt es auch schon eine Maschine die ohne menschliche Beteiligung, nachts die Gänge putzen kann (trotz aller medialen Aufmerksamkeit: möblierte Büros sind eine zu große Herausforderung für die Putzmaschine).
In Japan hat das Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie im Dezember einen Preis zur Förderung der Robotik vergeben. Das besondere daran ist, dass es bei diesem Wettbewerb nicht um Studien, sondern um marktfähige Produkte geht. Der Putzroboter machte den ersten Preis. In Japan lebt man mit rekordverdächtigen Steigerungsraten beim Durchschnittsalter und hat schon lange die Aufmerksamkeit auf die Pflege gerichtet. Auch in der Hochtechnologie. Zwei Geräte die auf die Pflege zielen wurden vom Ministerium in diesem Wettbewerb ausgezeichnet. MySpoon ist ein Roboterarm der mit einemMySpoon Löffel mundgerecht zubereitete Nahrung anreichen kann. Das besondere ist, dass das Gerät vom Patienten gesteuert werden und sich in einem gewissen Rahmen an unterschiedliche Kopfhaltungen anpassen kann. Die Patienten müssen nicht nur diese Steuerung meistern, sondern auch aufrecht sitzen und den Kopf bewegen können. Damit ist eine recht kleiner Einsatzbereich beschrieben. Die betroffenen Patienten werden sich aber über die Möglichkeit ohne Hilfe und im eigenen Tempo essen zu können freuen. Ein zweiter Preis wurde für ein Gerät namens Paro vergeben (zu einem Beitrag des ZDF-Auslandsjournal). Ein Plüschtier in Form einer Robbe. Drucksensoren sind ins Fell eingearbeitet. Paro kann den Körper etwas bewegen und sich auf einer Fläche sogar fortbewegen. Die Programmierung erlaubt ein Repertoire an verschiedenen Ausgaben, abhängig von den Aktionen des Menschen (streicheln, umarmen oder Schlagen ...), es ist eine Geräuschausgabe möglich. Ein animiertes Kuscheltier.
Manche pflegerische Verrichtung ist so zeitaufwendig, dass sie von den Pflegenden im Alltag oft schneller oder weniger gründlich ausgeführt wird als es sinnvoll ist. Da können programmgesteuerte Roboter, die vielfältige Aktion/Reaktions- Schemata abspulen können, möglicherweise helfen. Die Werbung für Paro schreibt vom "therapeutischsten Roboter der Welt" und über die Gefühle die Altenheimbewohnerinnen für Paro entwickeln. In der technikverliebten japanischen Gesellschaft scheint dies wenige Bedenken hervorzurufen. Gesprächspartnern in Deutschland stehen die Nackenhaare hoch: "Und wenn ich dann alt bin bekomme ich Nahrung aus der Fütterungsmaschine, einen Kuschelroboter in den Arm gedrückt und starre den ganzen Tag in die Glotze!"

Unser Artikel vom 29.1.2009 zum System Care-O-bot
Unser Artikel zum Stand von Pflege statt/mit/trotz Technik (30.10.2010)


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