PFLEGESTUFE.INFO --WERBUNG--
Menü - Anzeigen  | Lupe Suche

RSS Feed abonnieren

[17.2.2007]

Wie arbeiten die MDK?

Der medizinische Dienst hat im Januar einen Bericht über die Einzelfallbegutachtungen zur Einstufung in eine Pflegestufe veröffentlicht, der jetzt auch zum Download bereit steht. Es stehen damit erfreulich ausführliche Statistiken zu dieser Arbeit zur Verfügung. Grundlage sind Zahlen aus dem Jahr 2005. 

In 2005 wurden mehr als 1,3 millionen Gutachten erstellt. Etwa dreiviertel der Antragstellenden wurde ambulant und die Übrigen stationär versorgt. Die Verteilung über die einzelnen Pflegestufen hat sich seit dem Vorjahr nicht wesentlich geändert. 6,8% aller Gutachten wurde aus Anlass eines Widerspruchs erstellt. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Anstieg um knapp 8%. Anders ausgedrückt: etwa einem von fünfzehn Gutachten wird widersprochen. Wie ist das zu bewerten? Uns fallen keine brauchbaren Vergleichsmöglichkeiten ein.
Fakt ist, dass viele Pflegebedürftige bei den Pflegekassen übergroßen Bürokratismus sehen, der sie vor einem Widerspruch zurückschrecken lässt. Fakt ist auch, dass es schwierig ist die Regeln für eine Einstufung nachzuvollziehen und manche Unzufriedenheit in der lebensfremden Gesetzeslage begründet ist. Für diese Kritik wären MDK und Pflegeversicherung die falsche Adresse. 
Positiv wertet der Medizinische Dienst, dass die Widerspruchsquote im stationären Umfeld (4,1%) deutlich niedriger ist, als im ambulanten Bereich (7,7%). Die professionellen Pflegekräfte akzeptierten die Qualität der gutachterlichen Tätigkeit der Medizinischen Dienste. Denkbar wäre, dass die Beratungen und die Gutachten im stationären Bereich, angesichts eines professionellen Gegenübers aufwendiger gestaltet werden. Auch das könnte die Widerspruchsquote positiv beeinflussen. 
Interessant wäre es zu erfahren, wie viele Widersprüche im Sinne der Antragstellenden entschieden werden (und auf welcher Stufe des Widerspruchsverfahrens diese Entscheidung fällt).
Sehr erfreulich für die Versicherten ist die Nachricht, dass zwischen dem Eingang des Auftrags zur Begutachtung im ambulanten Bereich und dem Versand des fertigen MDK-Gutachtens an die Pflegekasse heute deutlich weniger Zeit vergeht als noch vor wenigen Jahren.

mehr www.mds-ev.de

PS.: Bei der Formulierung "nicht pflegebedürftig im Sinne des Gesetzes" hören sehr viele pflegende Angehörige und Pflegebedürftige vor allem "nicht bedürftig". Gemeint ist, dass der Umfang der Hilfen im Bereich der definierten Verrichtungen regelmäßig und auf Dauer voraussichtlich geringer als durchschnittlich 90 min pro Tag ist. Vielleicht würde "nicht erheblich pflegebedürftig" den Betroffenen nicht ganz so sauer aufstoßen.

Fakten zu den MDK Gutachten, unser Beitrag vom 18. Februar 2015.


[27]