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[30.3.2007]

Platzhalter"Whistleblower (engl. „Skandalaufdecker“, wörtlich „Pfeifenbläser“) bezeichnet einen Informanten, der Missstände, illegales Handeln ... oder allgemeine Gefahren ... von denen er an seinem Abeitsplatz erfährt, an die Öffentlichkeit bringt..."
(Quelle: wikipedia)

Brigitte Heinisch

Die Vereinigung Deutscher Wissenschaftler hat seit der Göttinger Erklärung, die vor 50 Jahren publiziert wurde, immer wieder unpopuläre Themen in die öffentliche Debatte gebracht. Dass sie dabei über den Tellerrand einzelner Fakultäten hinaus blicken ist ihnen selbstverständlich. Auch der "Whistleblower-Preis 2007" der am 13. April an die Altenpflegerin Brigitte Heinisch verliehen wird belegt das.

"Brigitte Heinisch war viele Jahre Altenpflegerin in einer Berliner Pflegeeinrichtung mit zirka 160 Pflegeplätzen. Sie konnte sich mit den dortigen Bedingungen bei der Pflege und Betreuung alter und hilfebedürftiger Menschen nicht abfinden. Sie entschloss sich deshalb zum Whistleblowing, und zwar zunächst betriebsintern. Als dies fruchtlos blieb, wandte sie sich nach „außen“. Deswegen wurde sie gemaßregelt. Ihr Arbeitgeber sprach drei Entlassungen aus. [Ihr 'Fall' ist ein] Lehrbeispiel in dreifacher Hinsicht:
- Sie werfen erstens ein Schlaglicht auf die Situation im Bereich der stationären Pflege in Deutschland.
- Sie machen zweitens deutlich, wie wichtig Zivilcourage und Whistleblowing von Insidern sind, um die gesellschaftlichen Voraussetzungen für eine Verbesserung der Qualität der stationären Pflege zu schaffen.
- Das Whistleblowing von Brigitte Heinisch und vor allem ihre dabei gemachten Erfahrungen im Betrieb und vor den Arbeitsgerichten belegen drittens, wie unzureichend Whistleblower in Deutschland vor „Gegenschlägen“ uneinsichtiger Arbeitgeber geschützt sind und wie hoch der Reformbedarf für Gesetzgeber und Rechtsprechung ist.
Brigitte Heinisch hat sich mit ihrem sozialen Engagement, ihrer großen Zivilcourage und ihrem standhaften Whistleblowing sehr verdient gemacht - im Interesse
- der pflegebedürftigen Heimbewohner
- aller sozial engagierten, vielfach überbelasteten und leider zudem auch unterbezahlten
Pflegekräfte sowie
- unserer Gesellschaft insgesamt, die gerade auch im Hinblick auf die absehbare demographische Entwicklung für die personellen, sozialen und strukturellen Probleme in unseren Pflegeeinrichtungen und deren Lösung besonders sensibel und aufgeschlossen sein muss.
Wir sind sicher: Sie ist eine sehr würdige Preisträgerin." (aus der Einladung des VDW e.V.)

zum VDW
Einladung zur Preisverleihung [.pdf, 196 KB]
ein Artikel zum Thema Zivilcourage
Die Kündigung gegen Brigitte Heinisch wurde 2011 vom Europäischen Gerichtshof kassiert:
Vivantes gegen Heinisch, unser Artikel vom 23.7.2011.
Unser Artikel über eine gescheiterte Gesetzesinitiative: Wenig Schutz für Whistleblower (20.6.2013).




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