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[3.7.2007]

Kompetenz für die Pflege!

Einige ExpertInnen haben im Auftrage des Bundesgesundheitsministeriums über die Zukunft des Gesundheitswesens nachgedacht. Heute übergeben sie ihren Bericht der Ministerin. 903 Seiten geballtes Wissen und tatsächlich, es finden sich auch Ideen wieder, die von Pflegenden seit Jahren immer wieder aufgeworfen werden.

Der "Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen" hat seinem Gutachten die Überschrift verliehen: "Kooperation und Verantwortung - Voraussetzungen einer zielorientierten Gesundheitsversorgung". Schon im ersten Wort legen sie den Finger in eine ganz alte Wunde. Im deutschen Gesundheitswesen sind viele Institutionen aktiv und dabei gibt es massenweise Überschneidungen, Eitelkeiten, Kommunikationsstörungen und Widersprüche. Als wenn es nicht schon kompliziert genug wäre, zu den individuellen Bedürfnissen der PatientInnen angemessene Lösungen zu finden. Ein Teil der Reibungsverluste entstehen zwischen Pflegekräften und ärztlichem Personal. Zur Zeit müssen Ärztinnen und Ärzten verordnen, damit Krankenversicherungen Inkontinenzmaterial, Toilettenstühle, Kompressionsstrümpfe, Sondennahrung, Krankenunterlagen, Hüftprotektoren, ... finanzieren. Im Gutachten wird beispielsweise empfohlen der Pflege mehr Verordnungs-Kompetenz einzuräumen. Dann fielen wenigstens die Diskussionen mit den Praxen weg und es müssten 'nur noch' Sozialversicherungsfachangestelle aufgeklärt werden.

Die Beharrungskräfte im Gesundheitswesen sind stark. Ohne Aussicht auf finanzielle Vorteile hätten solche Ideen wohl kaum eine Chance. Man darf gespannt sein, was aus Vorschlägen geworden ist, wenn sie die parlamentarischen Hürden genommen.

Georg Paaßen

zur Meldung über die Reaktion von Dr. Montgomery - Marburger Bund (22.7.07)
Das Gutachten als Kurzfassung pdf Logo [444 KB], als Langfassung pdf Logo [3,5 MB]
der Bericht bei tagesschau.de



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