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[26.7.2007]

Schnittstellen

Seit Jahren diskutieren die Interessenvertretungen darüber, dass sich zwischen gesetzlicher Kranken- und Pflegeversicherung immer wieder Versorgungslücken auftun. Über Schnittstellenprobleme sprechen dann die Reformverantwortlichen. Wer Versicherte unterstützen möchte fühlt sich dann häufig wie beim Schwarzer-Peter-spielen. Einer dieser Mängel wurde behoben.

Eine Altenheimbewohnerin hat ein fortgeschrittenes Wirbelsäulenleiden und kann kaum noch sitzen. Sie nutzt einen Geriatriestuhl und benötigt Inkontinenzmaterial. In einer Einzelfallentscheidung wurde das Altenheim darauf verpflichtet ihr diesen Standard-Geriatriestuhl zu Verfügung zu stellen und über den Pflegesatz zu finanzieren. Die Pflegedienstleitung konnte allerdings nachweisen, dass es der Dame nur dann möglich ist die Mahlzeiten im Tagesraum einzunehmen und am sozialen Leben in der Pflegeeinrichtung teilzunehmen, wenn sie mit Inkontinenzmaterial versorgt wird. Mit dieser Begründung muss die Krankenversicherung die Kosten (über 200 € pro Monat) übernehmen.
Die "Teilhabe am Leben der Gemeinschaft" wurde regelmäßig von Krankenversicherungen ins Feld geführt, um die Finanzierung von Rollstühlen, Gehhilfen, Ernährungspumpen, Kathetersystemen und vielem anderen abzulehnen. Allerdings wurde der § 33 des SGB V geändert. Neu ist dort die Formulierung: "Der Anspruch auf Versorgung mit Hilfsmitteln ... hängt bei stationärer Pflege nicht davon ab, in welchem Umfang eine Teilhabe am Leben der Gemeinschaft noch möglich ist." Dass diese Versorgungslücke geschlossen wurde, wird einige tausend Menschen, die stationäre Pflege benötigen, freuen.

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