PFLEGESTUFE.INFO --WERBUNG--
Menü - Anzeigen  | Lupe Suche

RSS Feed abonnieren

[8.8.2007]

Schottenpflege

"Es geht auch billiger!" ist wohl die Kernaussage wenn ein Anbieter von Pflegeleistungen mit dem Namen MacPflege wirbt. Laut WDR soll es diesen Anbieter jetzt in Norddeutschland geben. Das ist ein deutliches Zeichen dafür, dass es kaum noch ungewöhnlich ist für "Kost und Logis" plus X ausländische Pflegekräfte ins Haus zu holen.

Willi Zylajew, pflegepolitischer Sprecher der CDU-CSU-Bundestagsfraktion betont im WDR, dass es kaum noch angemessen sei von Schwarzmarkt zu sprechen. Er schätze, dass etwa 80.000 Menschen, vornehmlich aus Polen und anderen osteuropäischen Ländern, zur Zeit in Deutschland in Haushalten mit Pflegebedürftigen lebten und arbeiteten. Seiner Kenntnis nach seien deren Deutschkenntnisse mit (Schul)Noten von 3 bis 1 zu bewerten. Häufig würden verschiedene pflegerische Hilfen kombiniert: Die im Haushalt wohnende Hilfen, Engagement der Angehörigen und Leistungen von ambulanten Pflegediensten.
In der heutigen Sendung wurden auch viele Fragezeichen gesetzt:

Aufzaehlung Warum ist es in Deutschland kaum möglich qualifizierte häusliche Pflege zu finanzieren? Es wurden Summen zwischen 6000€ und 10000€ monatlich genannt, von denen die Gesellschaft meist nur etwa 1500€ trüge.

Aufzaehlung Ganz unterschiedliche Äußerungen kamen zu den Aufgaben die von ausländischen Angestellten übernommen werden. Im Anstellungsvertrag stehe häufig 'Haushaltshilfe'. Erwartet werden aber meist auch Tätigkeiten in der Körperpflege, bei der Ernährung und Betreuungsleistungen, womit die Freizeitgestaltung gemeint sein kann, aber auch angemessene Hilfen bei aggressiven Ausbrüchen von Erkrankten.

Aufzaehlung Vermittlungsstellen werben oft damit, dass sie die Qualität der erbrachten Dienstleistungen kontrollieren. Interne Maßnahmen zur Qualitätssicherung sind wichtig, aber ist das ausreichend? Es sind Zweifel angebracht. Die Möglichkeiten externe Kontrollen zur Qualitätssicherung durchzuführen sind allerdings sehr begrenzt. Herr Zylajew wies darauf hin, dass in absehbarer Zeit auch nicht zu erwarten sei, dass sich beispielsweise der MDK hier engagieren könne.

Aufzaehlung In der Sendung wurde auch gefragt: Sind Arbeitsbedingungen für die ausländischen Angestellten vielleicht schon in der Nähe von Sklaverei? 24 Stunden Bereitschaft, pro Woche vielleicht mal einen Tag frei, kaum soziale Kontakte, häufig unklare Gesundheitsversorgung, keine Ansprüche auf Weiterbildung keine geregelte Interessenvertretung im Konfliktfall ... So wird deren Situation häufig charakterisiert.

zum Tagesgespräch auf wdr5.de
zu einem Beitrag über die Initiative Daheim statt Heim
zu Mindestlöhnen in der Pflege
Gedanken zur Pflege zu Hause






[64]