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[28.2.2008]

Pflegereform ... ?

Die große Koalition trat an um unfangreiche Reformen zu verwirklichen. Ein großes Paket galt der Reform der Pflegeversicherung. Finanzierung, Pflegebedürftigkeitsbegriff, Beratung beim Pflegebeginn und Transparenz bei der Qualität der Pflegeeinrichtungen sind zentrale Begriffe dieses Vorhabens.

Über Änderungen der Finanzierung wurde zügig entschieden ... und eine dauerhafte Lösung auf später vertagt.
Ein neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff soll ein Werkzeug sein um darüber entscheiden zu können wer welche Leistungen aus der Pflegeversicherung bekommt. Am bestehenden System wird vor allem kritisiert, dass es soziale Bedürfnisse unbeachtet lässt und den Hilfebedarf von Demenzkranken nur sehr unzureichend berücksichtigt. Nach dem Motto: "Und wenn du nicht mehr weiter weißt, dann gründe einen Arbeitskreis" wurde eine Kommission eingesetzt, die sich wissenschaftlich mit dem Thema beschäftigt. Sie soll im Oktober diesen Jahres berichten. Ist es realistisch anzunehmen, dass vor der Bundestagswahl im September 2009 die Ergebnisse der Kommission Gesetz werden könnten? Ist es wahrscheinlich, dass sich die nächste Bundesregierung an die Kommissionsergebnisse gebunden fühlen wird?
Pflegebedürftige und ihre Angehörigen klagen oft, dass es sehr schwierig ist sich im Gesundheitssystem zurecht zu finden. Besonders in der ersten Zeit bindet der organisatorische Aufwand viel Energie. Nachdem von der spektakulären Pflegezeit nicht mehr viel übrig ist, sollten Pflegestützpunkte für Abhilfe sorgen. Irgendwie sollte das von der Pflegekasse finanziert werden, wenn es aus dem Bundeshaushalt irgendwie eine Anschubfinanzierung gäbe ... am 28.2.2008 berichtet der Frankfurter Rundschau: "Pflegebedürftige und ihre Angehörigen werden nach einer Koalitions-Einigung zur Pflegereform künftig weiter unterschiedliche Beratungsangebote in den Ländern vorfinden." Das bringt weitere, neue organisatorische Fragen und vermutlich nur sehr wenige Antworten für die Menschen, die Unterstützung dringend bräuchten.
Im Sommer 2007 wogten die Ergebnisse der MDK Berichte zur Situation der stationären Altenpflege durch die Medienlandschaft. Das Publikum empörte sich. Allseits wurde begrüßt, dass in Zukunft die MDK Berichte allgemeinverständlich übersetzt und veröffentlicht werden sollen. Viel weniger Aufmerksamkeit erregte der Streit um die Frage: Wer bereitet auf und entscheidet darüber was veröffentlicht wird. Der MDK Spitzenverband (MDS) hatte mit seiner Veröffentlichung die Wogen ausgelöst und sieht sich als höchst kompetent. Aber die Träger der Einrichtungen wollen gern und viel mitentscheiden. Jetzt hat epd-Sozial die Ergebnisse einer Hamburger Studie veröffentlicht, die von der Hamburgischen Pflegegesellschaft in Auftrag gegeben wurde: Die Berichte des MDK seien "zu subjektiv, zu sehr an Defiziten orientiert und pflegewissenschaftlich unzureichend ..." Auch in diesem Bereich der Pflegereform gibt es wohl noch reichlich Klärungsbedarf.

Aus dem großen Paket wurden Päckchen und
vielleicht wird manches Ergebnis irgendwann
auch kaum noch einen Brief wert sein.
Georg Paaßen

unser Beitrag über die Kabinettsbeschlüsse zur Pflegereform vom Oktober 2007
Unsere ausführliche Beschreibung der Veränderungen durch die Pflegereform können sie als .pdf Datei herunterladen.
Artikel in der Frankfurter Rundschau über den Februar–Kompromiss der Koalition zum Thema Pflegestützpunkte
epd-Sozial über die Qualität der MDK Berichte
Presseerklärung des MDS zur Qualität der MDK Berichte
"Die Hamburgische Pflegegesellschaft (HPG) ist eine Arbeitsgemeinschaft von Trägerverbänden, die in Hamburg im Bereich der ambulanten, teilstationären und stationären Pflege tätig sind."
Das Bundesgesundheitsministerium über Pflegestützpunkte





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