PFLEGESTUFE.INFO --WERBUNG--
Menü - Anzeigen  | Lupe Suche

RSS Feed abonnieren

[4.4.2008]

Mindestlohn in der Pflege

www.mindestlohn.deSeit Jahren wird immer wieder darauf hingewiesen, dass in Deutschland pflegerische Dienstleistungen zu Hungerlöhnen angeboten werden. Es gelingt nicht erfolgreich dagegen vorzugehen. Vor allem Anbieter ambulanter Pflege stehen deshalb unter großem Preisdruck. Der wirkt sich auch auf die Gehälter aus. Seit Jahren gelingt es in Tarifverhandlungen kaum die Inflationsrate auszugleichen. Immer mehr Unternehmen verabschieden sich aus den Flächentarifverträgen und zahlen nicht einmal das. Der Druck verstärkt sich.

Gewerkschaft und Arbeitgeber aus der Pflege haben darum nachgesucht die Pflege in die Regelungen des Entsendegesetzes aufzunehmen, die bis zum Sommer geschaffen werden sollen. Der Umweg über das Entsendegesetz ist ein Kompromiss zwischen der CDU/CSU Ablehnung von Mindestlöhnen und der SPD Forderung nach einem generellen Mindestlohn in Deutschland. Umwege sind manchmal mit besonderen Mühen behaftet. So auch hier.
Grundsätzlich verlangt das Entsendegesetz, dass Anträge von den Tarifpartnern gemeinsam gestellt werden und mindestens die Hälfte der Beschäftigten der Tarifbindung unterliegen. Das ist - Überraschung - in der Pflege nicht der Fall. Die ganz großen Anbieter in der Pflege sind kirchlich gebundene Tendenzbetriebe mit einer arbeitsrechtlichen Sonderstellung. Das mindert die Chancen die bürokratischen Hürden zu überwinden, die einem Mindestlohn von 7,50 Euro pro Stunde in der Pflege in den Weg gelegt sind ganz erheblich.

Es bleibt also wahrscheinlich dabei, das Pflegende weniger als (4,3 Wochen*40 Stunden*7,50€) 1300 Euro pro Monat verdienen. Dabei wäre dieses Gehalt für Alleinstehende schon sehr knapp. Eine Familie lebt damit im Armutsbereich.
Wer Alternativen hat wird dazu genötigt den Beruf zu wechseln.
Georg Paaßen

Meldung des Evangelischen Pressediensts vom 4.4.2008
zur Internetseite der Gewerkschaftskampagne für den generellen Mindestlohn
weitere Informationen des Evangelischen Pressediensts vom 25.4.2008
Mindestlohn in der Pflege, unser Beitrag vom 29.3.2010




[132]