[9.7.2008]
Pflegende Angehörige leisten erstaunliches (unser Beitrag vom 3.2.07) für die Hilfebedürftigen. Sie entlasten damit die Sozialkassen in erheblichem Umfang. Trotzdem fühlen sich die meisten von Ihnen isoliert und überfordert.
In einer britischen Studie berichten Pflegende mehrheitlich von sozialer Isolation, gesundheitlichen Problemen und großen Schwierigkeiten beispielsweise eigene Arztbesuche zu organisieren. Mehr als drei viertel der pflegenden Angehörigen sagen ihr Gesundheitszustand habe sich durch ihr Engagement verschlechtert.
Das londoner Gesundheitsministerium hat im Juni 08 einen "New Deal for Carers" auf den Weg gebracht. Einige Maßnahmen daraus:
- Es wird eine landesweit einheitliche Hotline und Internetadresse für Pflegeberatung geben, die auch flächendeckend Informationen zu lokalen Angeboten zur Verfügung stellt.
- Weiterbildungsangebote unter der Überschrift "Caring with Confidence"
- Pflegenden Angehörigen werde Kurse angeboten, die sie zu "Expert Carers" qualifizieren. Wie in der Selbsthilfebewegung können sie dann ihre Erfahrungen an Neulinge weitergeben.
- Ärzte und Fachpflegekräfte müssen pflegende Angehörige bei der Planung und Therapie einbeziehen.
- Pflegende Angehörige, die außerdem beruflich arbeiten oder sich weiterbilden möchten, sollen von den Arbeitsagenturen systematisch unterstützt werden - auch durch die Finanzierung von Verhinderungspflege.
- Angehörige bekommen ein Recht auf Hilfen zum beruflichen Wiedereinstieg nach der Pflege.
Eine Pflegezeit Regelung gibt es auf der Insel schon seit 2006. Auch britische gemeinnützige Organisationen nehmen sich der Thematik in verschiedener Weise an.
Diese Reform läuft unter der Überschrift: "Pflegende Angehörige im Herzen der Familie des 21. Jahrhunderts".
"Carers at the heart of 21st century families and communities: a caring system on your side, a life of your own" Zusammenfassung (englisch) [pdf-Datei]
Crossroads ist ein gemeinnütziger Verein, der Pflegende zu Hause vertritt um ihnen Zeit für sich zu ermöglichen.
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