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[14.7.2008]

Pflege verordnet - nur im Modell

Einzelhandel, Autohaus, Bahnverkehr, Wohnungsgenossenschaft - nirgends begegnet den Kunden das Kalenderquartal. In der ambulanten Pflege müssen aber alle Betroffenen die Quartale intus haben. Anfang Januar/April/Juli/Oktober werden die Versichertenkarten zu den Ärzten getragen, denn ohne Chip verweigern die meisten Praxiscomputer die Arbeit. Außerdem laufen (häufig auf Druck der Kassen) viele Verordnungen mit dem Quartal aus. So muss vier mal im Jahr viel herumgefahren und verwaltet werden.

Manche dieser Schreibarbeiten könnten gespart werden:
Warum muss dass Dauerrezept über Einlagen bei chronischer Inkontinenz vom Arzt erneuert werden? Auch Teststreifen für die Blutzuckermessung werden selten mit einem Quartalswechsel überflüssig. Der Bedarf nach Hilfen bei der Einnahme von Medikamenten endet nicht, weil das im Kalender steht.
Trotzdem müssen Telefonate geführt, Unterschriften eingeholt und Papiere hin und her getragen werden. Ist es für die Kassen unvermeidlich im drei-monats-Rhythmus Verordnungen zu bekommen? Vielleicht kann für die ambulanten Pflegedienste Bürokratie abgebaut werden, wenn Pflegefachkräfte Folgeverordnungen ausstellen könnten, ohne dass eine approbierte Hand sie unterzeichnen muss. Viele Wege und Telefonate wären gespart - um mehr Zeit für die Pflegebedürftigen zu gewinnen.
Dieser Grundgedanke wurde in der Pflegereform 2008 aufgegriffen. Mit dem § 63 (3b) SGB V werden Modellprojekte ermöglicht, die nachweisen könnten, dass auch Pflegefachkräfte mit Rezeptblöcken und Verordnungen umgehen können.
Man darf gespannt sein, was hier entwickelt wird.

zum Gesetzestext
Eine ausführliche Beschreibung der Veränderungen durch die Pflegereform 2008 können sie als [ PDF-Datei] herunterladen. Es stehen auch die Folien eines Vortrags zur Verfügung [ PDF-Datei].




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