PFLEGESTUFE.INFO --WERBUNG--
Menü - Anzeigen  | Lupe Suche

RSS Feed abonnieren

[16.8.2008]

Verlässlichkeit im Internet

Logo der Verbraucherzentrale NRWKinderkrankheiten, SARS, Leukämie - Rollstühle, Gehhilfen, Freisprecheinrichtungen - Krankenhausvergleiche, Psychotherapieangebote, Pflegehilfen aus dem Ausland ... zu beinahe jeder Frage lässt sich etwas im World Wide Web finden. Und kaum ein Beitrag bleibt ohne Widerspruch. Wie kann in der Informationsflut die Spreu vom Weizen getrennt werden?

Wird nach Gesundheitsinformationen im Internet gesucht steht oft die Gesundheit auf dem Spiel. Da ist es wichtig verlässliche und vertrauenswürdige Informationen zu erkennen und bei anderen Quellen die nötige Vorsicht walten zu lassen.
Zeitschriften und TV Redaktionen haben einen Ruf zu verlieren und legen auch deshalb meist Wert auf Seriosität. Im Internet wird es Jahr um Jahr leichter Material zu veröffentlichen und es gibt keine Institution, die die Qualität systematisch prüfen könnte. Die Situation lässt sich mit einer gut besuchten Bahnhofskneipentheke vergleichen. Wer dort über Rückenschmerzen klagt wird sicher nicht nur einige Hausmittel empfohlen bekommen, sondern auch von Wundermitteln und -heilern hören. Vielleicht gibt es jemanden mit chronischen Rückenschmerzen oder einen Gesundheitsprofi, der etwas zum Thema beiträgt. Welche Erfahrung oder Ausbildung hinter den Kneipensprüchen stehen muss erfragt werden. Eine gesunde Skepsis empfehlen nicht nur Arzt und Apotheker.

Die W-Fragen des Journalismus gelten auch im WWW.
Wie sorgfältig sind die Seiten gestaltet? Kann ich mich leicht zurecht finden oder suche ich herum? Sind die Antworten auf die W-Fragen leicht zu finden? Lassen sich Informationen über die Kompetenz der Autoren und die Quellen ihrer Aussagen finden? Wer die Leserschaft ernstnimmt verdient sich Respekt.
Wer veröffentlicht? Im Impressum sollten Name, Adresse, Telefonnummer und eMail zu finden sein. Wer seinen Namen nicht nennt hat oft einen Grund dafür. Würden sie einem maskierten Thekensteher vertrauen? Etablierte Redaktionen mit professionellen Journalisten oder eingesessene Selbsterfahrungsgruppen bekommen Pluspunkte bei der Vertrauenswürdigkeit.
Warum wird veröffentlicht? Kommerzielle Interessen müssen nicht abschrecken, sollten aber klar benannt werden. (Es gibt einzelne Firmen, die Blogs oder Foren anonym finanzieren um "gute Presse" zu kaufen.) Viele Vereine organisieren den Austausch von Betroffenen über das Internet. Gut dass es gemeinnützige Initiativen gibt. Dauer und Umfang der Arbeit lassen auf Seriosität schließen. Papiere, die von Arbeitsgruppen diskutiert und verabschiedet wurden, haben ein größeres Gewicht als individuelle Erfahrungen.
Wann wurden die Materialien erstellt? Wird sich nicht die Mühe gemacht ein Datum anzugeben gibt es Abzüge bei der Vertrauenswürdigkeit.

Im Internet gibt es Blogs, Foren und Kommentarfunktionen, die oft rege genutzt werden. Das ist vielleicht mit Zwischenrufen in einer übervollen Kneipe zu vergleichen. Dort ist es schwer die Glaubwürdigkeit zu beurteilen. Aber vielleicht finden sich ja andere Beiträge vom selben Mitglied, die Rückschlüsse zu lassen? Viele Foren - besonders von Selbsthilfegruppen werden über Jahre und mit viel Engagement von Freiwilligen betreut und bieten viele verlässliche Informationen.
Die Suchmaschinen sind eine weitere Besonderheit im Internet. Google und Co treiben viel Aufwand um nützliche Links zu den Suchanfragen der Nutzer in die Trefferlisten zu bringen. Die Beliebtheit einer Seite spielt bei der Platzierung in der Trefferliste eine wichtige Rolle. Die ersten 10 Treffer sind oft vertrauenwürdiger als die Positionen 670-680. (Gute Platzierungen bei Google zu erreichen ist allerdings aufwendig - und damit ein Hinweis auf langfristige und oft kommerzielle Interessen.)

Vertrauliche Informationen in einem Forum oder einem Fragebogen über das Internet zu verbreiten ist so "geheim" wie der Text auf einer Postkarte. Es sollte überlegt werden ob es nicht besser wäre einen Brief zu schreiben oder zu Telefonieren. Die Vertraulichkeit ist auf diesen klassischen Wegen viel eher einzuhalten.

Die Verbraucherzentrale NRW: "Checkliste: 10 Kriterien für die Bewertung der Transparenz und
Verlässlichkeit von Gesundheitsinformationen aus dem Internet" (pdf-Datei)
Die Verbraucherzentrale NRW: "Gesundheitsinformationen in Internetforen"
Selbsterfahrung: Unser Beitrag zur Internetseite von Sandra Schadek. Sie schreibt über ihr Leben mit der Krankheit Amyotrophe Lateralsklerose (ALS).
Sponsoring: Unser Beitrag zur Internetseite der DMSG, die eng mit Wissenschaft und Industrie zusammenarbeitet, die Regeln dafür aber veröffentlicht.
Lotsen durch das Internet: Chancen zeigen – Sicherheit stärken, unser Beitrag zur einer Fachtagung der BAGSO (4. November 2016).




[153]