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[29.8.2008]

Richtlinien sind veröffentlicht

Die Pflegereform hat einige Verbesserungen für Demenzkranke gebracht. Für die stationäre Pflege könnte es besonders wichtig sein, dass zusätzliche Betreuungskräfte eingestellt werden können. Jetzt wurden Richtlinien veröffentlicht, die Aufgaben und Qualifikation dieser MitarbeiterInnen beschreiben.

Zuwendung, Betreuung, Aktivierung, Wertschätzung, Teilhabe, Gemeinschaftserlebnisse ... so beschreiben die Richtlinien die Ziele der Arbeit der zusätzlichen Betreuungskräfte. Beispiele werden auch genannt: Malen, handwerkliche Arbeiten und leichte Gartenarbeiten, Haustiere füttern und pflegen, kochen und backen, Anfertigung von Erinnerungsalben oder -ordnern, Musik hören, musizieren, singen, Brett- und Kartenspiele, Spaziergänge und Ausflüge, Bewegungsübungen und tanzen in der Gruppe, Besuch von kulturellen Veranstaltungen, Sportveranstaltungen, Gottesdiensten und Friedhöfen ...
Professor Zegelin kritisiert an diesen Vorschlägen, dass sie realitätsfern seien. Alle, die noch Bast-Untersetzer machen könnten, lebten noch zu Hause und nicht in einem Altenheim, sagt die wittener Pflegewissenschaftlerin. Menschen, die auf stationäre Hilfen angewiesen sind, müssen mit erheblich größeren Einschränkungen ihrer Alltagskompetenz zurecht kommen und zeigen häufig Verhalten, mit dem sie sich selbst oder andere gefährden. Manchmal werden Pflegekräfte auch verbal oder körperlich angegangen. Schon heute werden Unterstützung und Förderung in den Häusern individuell gestaltet und müssen einbeziehen, dass jederzeit eine drastische Veränderung eintreten kann.
Es bestanden Hoffnungen, dass mit den Möglichkeiten der Pflegereform bestehende Projekte weiterentwickelt und ausgeweitet werden könnten. Diese Richtlinien lassen dazu, mit der Festschreibung auf den 160 Stunden Kurs, wenig Raum. Auch wird zur Bezahlung der künftigen Angestellten nichts geschrieben. Das nur sozialversicherungspflichtig Beschäftigte über diese Regelung finanziert werden können ist klar. Aber wäre es möglich Psychologinnen, Altenpfleger, Geragogen oder Ergotherapeutinnen angemessen zu entlohnen? Falls nicht scheint es kaum vorstellbar, die angelernten Kräfte sinnvoll anzuleiten und die Qualität ihrer Arbeit im Alltag zu sichern.
Schon bei Zivildienstleistenden und ein-Euro-Jobbern wird beklagt, dass sie im Arbeitsalltag häufig Aufgaben zugewiesen bekommen, die eigentlich vom Stammpersonal zu erledigen sind. In Zukunft wird der MDK auch zu prüfen haben, ob die zusätzlichen Betreuungskräfte tatsächlich zusätzlich betreuen. In welcher Weise das geprüft wird liegt noch im Unklaren.

"Richtlinien nach § 87b Abs. 3 SGB XI zur Qualifikation und zu den Aufgaben von zusätzlichen Betreuungskräften in Pflegeheimen (Betreuungskräfte-Rl vom 19. August 2008)" von www.gkv-spitzenverband.de als pdf Logo Datei herunterladen.
Beitrag der Frankfurter Rundschau zum Thema mit einem Zitat von Professor Zegelin (24.8.08)
Erklärungen zur Einstufung von Menschen mit Demenz
Eine ausführliche Beschreibung der Veränderungen durch die Pflegereform können sie als pdf Logo Datei herunterladen.
unser Beitrag vom 22.8.08 zur Diskussion um Langzeitarbeitslose in der Pflegeassistenz




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