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[27.12.2008]

Barrierefrei zum Arzt

Rollstuhl Logo mit GraffitiArztpraxen in Nordrhein-Westfalen sollen barrierefreier werden. Dies ist das Ziel einer NRW-weiten Aktion die zeigt, dass nicht immer teure Umbauten notwendig sind. Oft lässt sich schon mit relativ wenig Aufwand viel erreichen, wie viele gute Beispiele zeigen. Die Landesbehindertenbeauftragte stellt einige Ideen und Denkanstöße zum Thema ins Internet, macht aber auch Hausbesuche, um vor Ort den Umbau voran zu bringen.

Für viele Menschen mit Behinderung gilt das Recht auf freie Wahl des Arztes nur eingeschränkt. Wenn die Praxis im Rollstuhl nicht zu erreichen ist, bleiben schwer Gehbehinderte von besonderen Therapieangeboten ausgeschlossen. Hörbehinderte haben kaum die Möglichkeit Termine zu vereinbaren, oder Untersuchungsergebnisse zu erfragen, wenn das nur telefonisch möglich ist.
Barrierefrei seien bisher nur zehn bis zwanzig Prozent der Arztpraxen in Nordrhein-Westfalen, schreibt die Landesbehindertenbeauftragte Angelika Gemkow. Schwierig sei oft die Situation in ländlichen Gebieten. Aber auch in Städten ließen sich in einigen fachärztlichen Bereichen kaum oder gar keine barrierefreien Praxen finden. Dabei könne oft schon mit relativ wenig Aufwand viel erreicht werden.

Einige Tipps aus dem Informationsblatt "Barrierefrei zum Arzt":
- Hinweise in Augenhöhe anbringen und kontrastreich, sowie in gut lesbarer Schriftgröße ausdrucken.
- Glastüren sollen immer mit einer gut sichbaren Markierung versehen werden.
- Orientierungshilfen auf dem Boden, die mit einem Langstock oder über die Schuhsohlen ertastet werden können, erleichtern blinden Menschen die Orientierung in einem großen Gebäude.
- Blendfreie Beleuchtung erleichtert allen das Lesen und erkennen, gehörlosen Menschen aber besonders das Ablesen von den Lippen.
- Die Kommunikation auf Augenhöhe ist angenehmer. Deshalb ist es sinnvoll für Rollstuhlfahrer oder kleine Menschen einen Bereich des Empfangs entsprechend abzusenken.
- Terminvereinbarungen sollten, nicht nur für hörbehinderte Menschen, auch per SMS, Fax oder E-Mail möglich sein.
- Induktionsschleifen, die es auch in mobilen Ausführungen gibt, erleichtern an der Anmeldung und im Sprechzimmer die Verständigung mit Hörgeräteträgern.
Werden Barrieren in Arztpraxen abgebaut, ist das nicht nur im Interesse der 1,6 Millionen Menschen mit Behinderung in NRW. Auch ältere Menschen oder Eltern mit Kleinkindern profitieren. "Und nicht zuletzt: Barrierefreiheit erhöht auch die Attraktivität einer Praxis."

Flyer "Barrierefrei zum Arzt" als pdf Logo Datei
Internetseite "Barrierefreie Arztpraxen" der Behindertenbeauftragten mit Links zu weiteren Materialien
Unser Beitrag "Mit dem Rollstuhl in die Praxis" vom 11.8.2007
Wenn der Arzt keine Hausbesuche macht ..., unser Beitrag vom 17.7.2012







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