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[12.2.2009]

Pflegebedürftigkeit - neu und positiv

Nach mehrjähriger Vorbereitung hat ein Expertengremium einen detaillierten Entwurf zur Neufassung des Pflegebedürftigkeitsbegriffs vorgelegt. Besonders die Bedürfnisse altersverwirrter Menschen sollen in Zukunft besser berücksichtigt werden können. Die Reaktionen der Fachöffentlichkeit sind weitgehend positiv ausgefallen.

Der Deutsche Pflegerat (DPR) begrüßt das neue Konzept der Pflegebedürftigkeit und fordert die rasche Umsetzung. "Für die Pflegeberufe bedeutet dieser neue und umfassende Pflegebedürftigkeitsbegriff im Begutachtungsverfahren die Chance endlich das ganze Spektrum der pflegerischen Unterstützungs- und Betreuungsangebote auch wirklich einsetzen zu können," sagte Franz Wagner, Vize-Präsident des DPR. Und weiter: "Diese Reform wäre ein echter Meilenstein."
"Schon lange haben wir gefordert, dass der Betreuungsaufwand für Menschen mit Demenz seine Entsprechung im Pflegebegriff findet", macht Caritas-Präsident Peter Neher deutlich.
Die Volkssolidarität begrüßt den Ansatz, die Selbständigkeit pflegebedürftiger Menschen zum Ausgangspunkt für die Feststellung des Pflegebedarfs zu machen und dem unterschiedlichen Pflegebedarf besser Rechnung zu tragen. Der Weg zu einer ganzheitlichen Pflege sei damit geöffnet, so Bundesgeschäftsführer Bernd Niederland. Zur Finanzierung heißt es: "Nur mit mehr Solidarität kann ein neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff auch zu besserer Pflege führen."

Kommentar
Die Pflegebedürftigen müssen sich trotz des vielen Lobs fragen, was sich für sie konkret ändert und wann die Neuerungen bei Ihnen ankommen werden. Irgendwann nach der nächsten Bundestagswahl. Genauer läßt sich die Zeit nicht bestimmen. Das von den Experten vorgeschlagene Begutachtungssystem bezieht die Folgen geistiger Beeinträchtigungen zwar ein, die weitaus meisten Punkte für die Einstufung bringen jedoch körperliche Einschränkungen. Wer wirklich mit dem neuen System mehr Leistungen erhält ist offen. Die Vermehrung der Leistungsklassen von drei auf fünf wird die Zahl der Widersprüche deutlich steigen lassen.
Georg Paaßen

"DPR begrüßt neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff und fordert rasche Umsetzung", Presseinformation des Deutschen Pflegerats vom 29.1.2009
"Neues Begutachtungsverfahren bildet pflegerische Bedarfe besser ab", Pressemeldung des Caritasverbands vom 29.1.2009
"Chance für Abschied von der Minutentakt-Pflege nutzen", Pressemitteilung der Volkssolidarität vom 3.2.2009
Unser Beitrag Irgendwie anders: Pflegebedürftigkeit vom 5.2.2009






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