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[19.2.2009]

Krankenkassenkonkurrenz

Front der CheckkarteSeit dem 1. Januar zahlen gesetzlich Versicherte den einheitlichen Beitrag. Gemeinsam mit der Stiftung Warentest und dem Verbraucherzentrale Bundesverband will das Bundesministerium den Servicewettbewerb der Kassen ankurbeln. Schließlich ist das Geld jetzt kein Argument mehr. Die eine Krankenkasse, die für alle Versicherten optimal ist, gibt es aber sicher nicht.

Bei seltenen Erkrankungen oder Grauzonen zwischen mehreren Kostenträgern mussten sich Versicherte bisher oft anhören: Leider können wir das nicht finanzieren - das liegt außerhalb der gesetzlichen Möglichkeiten. Mit dem Einheitsbeitrag, der seit dem 1. Januar gilt, macht die Gesundheitspolitik Hoffnung darauf, dass die Sozialversicherungsfachangestellten künftig größere Spielräume nutzen können.
Im Internet lies Gesundheitsministerin Ulla Schmidt ein eigenes Portal einrichten, dass beim Vergleich der Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) helfen soll. Dort werden viele Bereiche genannt, bei denen die Kassen in Zukunft Spielräume nutzen können.
Rabattverträge mit der Pharmaindustrie lassen Zuzahlungen für bestimmte Arzneimittel wegfallen. Es lohnt sich unter Umständen nach Zusatzangeboten bei Haushaltshilfen oder bei der häuslichen Krankenpflege zu fragen. Werden über die gesetzlichen Verpflichtungen hinaus Impfungen und Vorsorgemaßnahmen übernommen? Seit Jahren gibt es unter der Überschrift "Integrierte Versorgung" Spielräume für Modelle, in denen Pflegekräfte, Krankenschwestern und andere nichtärztliche Berufe in die Versorgung einbezogen werden, die jetzt nochmals erweitert wurden. Hier könnten sich innovative Kassen profilieren. Fördert die Krankenkasse die Vorbeugung und gesundheitsbewusstes Verhalten? Welche Bonusprogramme und Wahltarife für bestimmte Erkrankungen werden angeboten? Auch bei der Versorgung sterbenskranker Patienten (Palliativmedizin) kann es große Unterschieden zwischen den Leistungen geben. Aber auch intern könnte Vieles geschehen: Wie gut ist die Kasse für Sie zu erreichen? Legen Sie auf persönliche Beratung vor Ort wert oder bevorzugen Sie eine Telefonberatung von "8 bis 8"? Vielleicht recherchieren Sie gern ausführliche Informationen auf den Internetseiten einer Krankenkasse? Macht die Kasse spezielle Beratungsangebote, zum Beispiel bei Herzerkrankungen oder Diabetes? Haben Sie bei der Kasse häufig wechselnde GesprächspartnerInnen oder eine feste Ansprechperson? Wie kompetent und umfassend ist die Beratung Ihrer Kasse bei Eintreten eines Pflegefalls? Hilft Ihre Kasse Ihnen bei der Koordination von Facharztterminen? Organisiert Ihre Kasse Spät- und Samstagssprechstunden bei Ärzten?
Das sind einige Ideen, die vom Ministerium ins Internet gestellt wurden. Die Unterschiede bei den Leistungen die gesetzlichen Kassen werden voraussichtlich in nächster Zeit zunehmen. Das macht es nicht einfacher, aber vielleicht lohnender sich für eine bestimmt Kasse zu entscheiden.

Kassenservice des Bundesministeriums
Informationen der Stiftung Warentest zur Gesetzlichen Krankenversicherung
Bürgertelefon des Ministeriums für allgemeine Fragen zur gesetzlichen Krankenversicherung:
01805 - 99 66 02






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