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[25.2.2009]

Pflege braucht vor allem
"ein gutes Herz"*

Discount-Demenz-Betreuung

Im Sommer 2008 war die Freude groß, als mit der Pflegerefom auch Mittel bereitgestellt wurden, um zusätzliches Personal für die Betreuung Demenzkranker einzustellen. Trotz dem acht Monate vergangen sind, ist nur sehr selten davon zu hören, dass sich tatsächlich in Altenheimen etwas verbessert hat. Nun kommt Protest von den Wohlfahrtsverbänden: eingezwängt in einen zu engen Finanzrahmen ist es kaum möglich Sinnvolles zu leisten.

Für NRW wurde zwischen den Wohlfahrtsverbänden und den Pflegekassen ein Kompromiss ausbaldowert der "große Schwierigkeiten bei der Umsetzung bereitet ... Im Durchschnitt sollen 25 Bewohner von einer Zusatzkraft betreut werden. Pro Bewohner stellen die Pflegekassen den Trägern der Pflegeeinrichtungen dafür monatlich 100 Euro zur Verfügung. Somit stehen für eine Vollzeitbetreuungsstelle durchschnittlich 2.500 Euro brutto monatlich zur Verfügung". Daraus müssen Arbeitgeberanteile, Fortbildungen, Krankheit, Zuschläge und Sachkosten bestritten werden. "Mit dieser Summe", so der Vorsitzende der Freien Wohlfahrtspflege in NRW Wolfgang Altenbernd, "können die tarifgebundenen Wohlfahrtsverbände höchstens das Einstiegsgehalt in der niedrigsten Lohnstufe zahlen." Lohnerhöhungen sind nicht drin. "Besonders bedauerlich ist", so Altenbernd weiter, "dass wir für die Betreuungsaufgaben keine bereits länger beschäftigten Mitarbeiter, von denen wir genau wissen, dass sie für diese anspruchsvolle Aufgabe gut qualifiziert sind, auswählen können. Der Grund ist, dass deren tarifliche Eingruppierung den von den Pflegekassen bereitgestellten Finanzierungsrahmen sprengen würde." Weil in den Reformbestimmungen keine Kosten erwähnt wurden, konnten schon im August 2008 Zweifel angemeldet werden, ob die neuen Betreuungskräfte wirklich ein Segen für die Demenzkranken sein könnten.
Unverständlich bleibt, warum die Spitzenverbände der Altenheimträger einen "Kompromiss" unterschrieben haben, der ganz offensichtlich eine qualifizierte Arbeit unmöglich macht.

* Gesundheitsminister Norbert Blüm vor dem Bundestag am 7.9.1995

"Nur Minilöhne für Demenz-Betreuer?", Pressemitteilung auf www.Caritas-NRW.de
"Richtlinien sind veröffentlicht", unser Beitrag vom 29.8.2008






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