RSS Feed abonnieren

[31.3.2009] "Nach der Definition der Weltgesundheitsorganisation ist Palliativmedizin 'die aktive, ganzheitliche Behandlung von Patienten mit einer progredienten, weit fortgeschrittenen Erkrankung und einer begrenzten Lebenserwartung zu der Zeit, in der die Erkrankung nicht mehr auf eine kurative Behandlung anspricht und die Beherrschung von Schmerzen, anderen Krankheitsbeschwerden, psychologischen, sozialen und spirituellen Problemen höchste Priorität besitzt." (Quelle: Pflegewiki)

Verzweiflung der Sterbebegleiter

Seit zwei Jahren sind die gesetzlichen Krankenversicherungen verpflichtet die ambulante Versorgung von Sterbenden zu finanzieren - es passiert wenig. Nun schlagen hessische Palliativmediziner Alarm: Statt die Hilfen auszudehnen und endlich flächendeckende Versorgung sicher zu stellen, stünden jetzt die bestehenden Angebote vor dem Aus.

"Einzelne Palliativ Netze und kleine, individuelle Lösungen, die als Versorger, die Not der sterbenden Patienten gelindert haben, sind in hohem Maße in Vorleistung getreten. Sie werden ihre Arbeit durch zunehmende Verschuldung wieder einstellen müssen. Die Situation für die Patienten wird dadurch zunehmend verzweifelt," so Thomas Sitte aus Fulda. Er musste bereits Patienten ablehnen, weil die Kassen nur einzelne Verrichtungen der palliativen Versorgung zu Hause genehmigen. Dieses Vorgehen ist unvereinbar mit dem umfassenden Anspruch der palliativen Medizin und Pflege. Das hat zur Folge, das wichtige Hilfen "nicht abzurechnen" sind und unbezahlt bleiben. Beim hessischen Palliativtag im März haben Vertretungen von 26 Palliativ Care Teams aus dem ganzen Land sich darauf geeinigt den ungewöhnlichen Weg einer Petition im Bundestag zu gehen, um auf die gesetzeswidrige Unterversorgung durch die Krankenkassen aufmerksam zu machen. Zusätzlich sollen bundesweit PatientInnen unterstützt werden, die bereit sind ihr Recht auf angemessene, ambulante, palliative Versorgung vor Sozialgerichten erstreiten.

Die Petition braucht weitere Unterstützung, kann aber nur noch bis zum 16. April 2009 gezeichnet werden.

Zur Petition auf den Internetseiten des Bundestags
Unnötige Qualen - Wie die Kassen die Palliativversorgung behindern - Beitrag in der Sendung "Monitor" vom 29.1.2009, WDR Fernsehen
Palliativ-Teams verzweifeln an Kassen-Strategie - Ärzte Zeitung vom 11.3.2009
Palliativversorgung - E-Petition braucht noch 48900 Unterschriften! im Blog von Oliver Tolmein (14.3.2009)
Video: Palliativmedizin: Sterben erleichtern ZDF Morgenmagazin vom 25.3.2009 (pop-up Fenster)
Spiel auf Zeit - Beitrag in der Sendung "Odysso - Wissen entdecken" vom 26.3.2009, SWR Fernsehen
Sterbende begleiten - unser Beitrag über Palliativpflege in Großbritannien vom 11.3.2008






[187]