PFLEGESTUFE.INFO --WERBUNG--
Menü - Anzeigen  | Lupe Suche

RSS Feed abonnieren

[18.4.2009]

Was ist Gute Arbeit in der Pflege

In der Pflege kommt es in erster Linie darauf an, dass die Pflegebedürftigen angemessen versorgt werden. "Wer pflegt?" wird meistens nur mengenmäßig gefragt. Antworten beschränken sich in der Regel auf Lohnkosten und Pflegenotstandschlagzeilen. Was trägt zur Zufriedenheit von Pflegekräften bei? Der DGB geht dieser Frage wissenschaftlich seit 2007 nach.

"Gut gestaltete Arbeit wird zu einer Quelle von Gesundheit, Sicherheit und menschlichen Reichtum, wie kaum ein anderer Bereich unserer Gesellschaft. Schlechte Arbeitsbedingungen hingegen gefährden die Gesundheit, die Lebensqualität und – im Extremfall – selbst das Leben der arbeitenden Menschen. Gesundheitsbelastende und entwicklungsarme Arbeitsbedingungen sind eine Quelle von Leid, Krankheit und Frustration. Die Wirkungen von Arbeit sind also weitreichend – sowohl in die eine wie andere Richtung." So begründen die Gewerkschaften ihr Engagement für die wissenschaftliche Forschung zur Bedeutung von "guter" Arbeit. Einkommen ist dabei einer von vielen Faktoren. Es wird auch untersucht, wie zufrieden die Angestellten sind, wie die Aussichten sind mit den aktuellen Bedingungen bis zur Rente arbeiten zu können oder wie man sich im Vergleich zu anderen Berufgruppen einschätzt. Was Arbeitsqualität aus Sicht der Pflegekräfte heißt, beschreibt die Studie im Jahr 2009. Hier sind einige Stichworte:
"Die Arbeits- und Entlohnungsbedingungen in der Altenpflege werden im bundesweiten Vergleich aller Berufsgruppen deutlich schlechter als der Durchschnitt beurteilt. In der Altenpflege betrachten 52 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Arbeit und Einkommen als 'schlecht' ... Im Einzelnen bemängeln die Beschäftigten in der Krankenpflege vor allem die schlechte Bezahlung – 40 Prozent beziehen Bruttoeinkommen von unter 2.000 Euro –, die belastende Arbeitsintensität und die zu geringen Aufstiegsmöglichkeiten. Diese Einschätzungen decken sich mit den Bewertungen der Altenpflegeberufe, wo sogar 72 Prozent Altenpflegerinnen und -pfleger weniger als 2.000 Euro brutto monatlich erhalten; und 48 Prozent trotz Vollzeitarbeit zu prekären Löhnen von weniger als 1.500 Euro brutto monatlich arbeiten müssen. Dennoch ist der Arbeitseinsatz beider Berufsgruppen unverändert hoch: Die Vollzeitbeschäftigten in der Krankenpflege überschreiten die vereinbarte Wochenarbeitszeit (40,1 Std. Männer, 39,1 Std. Frauen) im Schnitt um rund zehn Prozent, in der Altenpflege sind es sogar elf Prozent.
Angesichts von Arbeitsbelastung und Arbeitszeit sind beide Berufsgruppen konsequenterweise skeptisch, was ihre künftige Berufsfähigkeit angeht: 51 Prozent der Beschäftigten in der Altenpflege glauben nicht, dass sie ihre Tätigkeit bis zum Rentenalter ausüben können; in der Krankenpflege sind es sogar 57 Prozent."

Informationen zur Sonderauswertung auf den Seiten von Ver.Di
Arbeitsqualität aus Sicht von
Altenpfleger/innen
( pdf Logo Datei, 19 Seiten)
zum Deutschen Gewerkschaftsbund DGB im Internet






[191]