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[28.8.2009]

Pflegealltag - mal ehrlich

Von Oktober 2008 bis Frühjahr 2009 hat der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) eine bundesweite Umfrage unter Pflegekräften zu ihrem beruflichen Alltag durchgeführt. Abgefragt wurden u. a. Aspekte der Personalausstattung, behindernde Faktoren in der täglichen Arbeitssituation und Einschätzungen der Zukunft der Pflegeberufe. Insgesamt beteiligten sich 3287 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Krankenhäusern, Pflegeheimen und der ambulanten Pflege, und lieferten vielfach neben den Daten auch anekdotische Schilderungen ihres Pflegealltags.

Immer wieder gibt es Medienberichte zum Alltag in der Pflege - allerdings sind das meist Einzelbeispiele, oft von skandalösen Zuständen. Verlässliche Informationen, die einen Überblick erlauben, wie Pflegeprofis in Deutschland ihre Arbeitssituation einschätzen, gab es bislang nicht. "Von Oktober 2008 bis Frühjahr 2009 hat der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) eine bundesweite Umfrage unter Pflegekräften zu ihrem beruflichen Alltag durchgeführt. Abgefragt wurden u. a. Aspekte der Personalausstattung, behindernde Faktoren in der täglichen Arbeitssituation und Einschätzungen der Zukunft der Pflegeberufe". In den letzten 15 bis 20 Jahren habe sich für die Arbeit in der Pflege vieles verschlechtert: "Wandel gab es immer, doch seit Mitte der 90er Jahre wird im Gesundheitswesen öfter, schneller und umfassender umstrukturiert als in den Jahrzehnten davor. Eine Reform jagt die nächste und setzt die Akteure gehörig unter Druck, Motor ist die Ökonomie. Mittlerweile scheint es sich aber nicht mehr zu rechnen. 'Es gibt Signale, dass wir überzogen haben', sagt Rolf Haubl, Soziologe und Direktor des Sigmund-Freud-Instituts in Frankfurt/Main. Die Arbeitsqualität leide, die Menschen litten. Er sorgt sich vor allem um die Leistungsbereiten – 'die waren früher nicht erschöpft'. Aber jetzt, denn sie versuchen, schlechtes Management durch Selbstausbeutung auszugleichen." (Seite 24) Während einerseits die Arbeitsbedingungen in der Pflege verschlechtert werden, ist andererseits seit vielen Jahren klar: Die Ansprüche an die Qualität der Pflege werden höher und die Zahl der pflegebedürftigen Menschen wird von heute zwei Millionen auf weit über vier Millionen im Jahr 2050 steigen (SVR).
Welche Folgen die halbherzigen Reformbestrebungen der Politik und die Flächendeckende Ökonomisierung haben zeigt der Abschlussbericht deutlich. Johanna Knüppel, Referentin des DBfK:
"Pflege in Deutschland ist gefährlich geworden – für Patienten und Pflegebedürftige wie für Pflegekräfte."

DBfK veröffentlicht Abschlussbericht zur Online-Umfrage 'Wie sieht es im Pflegealltag wirklich aus? – Fakten zum Pflegekollaps' Pressemitteilung des DBfK vom 14. August 2009
Koordination und Integration – Gesundheitsversorgung in einer
Gesellschaft des längeren Lebens
Pressemitteilung des der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen (SVR) vom 30.6.09
Kein Personal: Erster Pflegedienst muss schließen Beitrag im Hamburger Abendblatt vom 17.1.09
Profit vor Glaubwürdigkeit Beitrag in der Bietigheimer Zeitung vom 7.8.09
Uns Reicht's! unser Beitrag zur Kampagne von DBfK und Ver.Di zur Arbeitssituation in der Pflege vom 17.1.08








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