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[8.10.2009]

Pflegenoten

MDS LogoSeit der Pflegereform im Sommer 2008 müssen Pflegeeinrichtungen regelmäßig vom Medizinischen Dienst geprüft werden. Die Ergebnisse sind zu veröffentlichen. 16 Monate später sind die ersten 1000 Prüfberichte geschrieben. Jetzt können sinnvolle Aussagen über diese Art der Prüfungen gemacht werden.

Über Altenheime wird in den Medien berichtet, wenn ein Skandal Wellen schlägt. Skandalgeschichten helfen aber kaum, wenn die Frage "Wo möchte ich wohnen?" zu beantworten ist. 2009 wurde damit begonnen bundesweit alle Altenheime nach einheitlichen Kriterien zu prüfen und zu bewerten. Geordnet in 20 Fragen werden 155 einzelne Kriterien abgefragt, die teilweise noch weiter unterteilt sind. Einige Beispiele:
Sind Rufanlagen intakt und erreichbar? Stehen abschließbare Schubladen oder Fächer für jeden Bewohner zur Verfügung? Wird ein geeignetes Konzept zur Einarbeitung neuer Mitarbeiter in der Pflege nachweislich angewandt? Ist der Gesamteindruck der Einrichtung im Hinblick auf Sauberkeit und Hygiene gut (z.B. Optische Sauberkeit, Ordnung, Geruch)? Beträgt der Abstand zwischen der zuletzt für alle Bewohner angebotenen Mahlzeit am Abend und der ersten Mahlzeit am Morgen weniger als 12 Stunden? Wird die Eingewöhnung der Bewohner in die Pflegeeinrichtung systematisch begleitet? Entspricht die Medikamentenversorgung den ärztlichen Anordnungen? Sind Ort und Zeitpunkt der Entstehung der chronischen Wunde/des Dekubitus nachvollziehbar? Wird die erforderliche Mund- und Zahnpflege den Bedürfnissen und Gewohnheiten des Bewohners entsprechend durchgeführt?
Die Ergebnisse der ersten 1000 Prüfungen wurden heute vorgestellt: Über 700 der geprüften Einrichtungen wurden mit den Gesamtnoten Gut oder Sehr Gut bewertet. Diese Noten sind für einzelne Einrichtungen allerdings weniger aufschlussreich, als die Noten zu den fünf Teilbereichen. Dass im Kernbereich "Medizin und Pflege" deutlich seltener gute Noten vergeben wurden (542 Gut und Sehr Gut) fällt auf. Dr. Peter Pick, Geschäftsführer des Medizinischen Dienstes des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS), wies darauf hin, dass sich die Bewohnerbefragungen als wenig aussagekräftig erwiesen hätten. Die Noten "ausreichend" oder "mangelhaft" seien gar nicht vergeben worden. 98,8 Prozent der Einrichtungen erhielten hier gute Noten. Diese Teilergebnisse böten damit Pflegebedürftigen und Angehörigen kaum Entscheidungshilfe für die Auswahl einer Einrichtung.
Für die Veröffentlichung der Prüfungsergebnisse einzelner Häuser sind die Landsverbände der Pflegekassen, aber auch die Einrichtungen selbst verantwortlich. Die Pflegekassen wollen noch im Herbst entsprechende Internetseiten gestalten.

Ausführliche Informationen zum Thema unter www.pflegenoten.info
Pressemitteilung des MDS vom 8.10.2009
www.pflegenoten.de, Internetseiten des GKV Spitzenverbands mit umfassenden Informationen zum Thema
Die Heimaufsicht ist Ländersache. Es wird anders geprüft. Unser Beitrag zum Bericht aus Sachsen (6.8.2009)
Qualität in der häuslichen Pflege, unser Beitrag zu Qualitätsprüfungen in der ambulanten Pflege vom 12.1.2009
Pflegequalität, unser Beitrag vom 17.9.2008








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