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[9.12.2009]

Aktuelle Pflegenoten

Die Pflegekassen verkünden: die Pflegenoten sind veröffentlicht. Die Ergebnisse der diesjährigen Prüfungen des MDK sollen über das Internet von jedem Computer aus abrufbar sein. Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu mehr Transparenz in deutschen Pflegeeinrichtungen. Die Kritik am System verstummt allerdings nicht.

Am 2.12. meldet der Verband der Ersatzkassen (VDEK) den Start der Veröffentlichung der Pflegenoten: "Aktuell liegen die Transparenznoten von 1.956 Pflegeheimen in Deutschland bei den Landesverbänden der Pflegekassen vor. Davon wurden bislang 20 Pflegenoten für die Veröffentlichung im Internet freigegeben, es werden täglich mehr." Am 8.12. findet sich unter www.pflegelotse.de, dem Internetportal der Ersatzkassen zum Thema, nur wenige Altenheime mit "Transparenzbericht". Wir haben im Portal für einige Großstädte von einem innerstädtischen Postleitzahlbereich im Umkreis von 10 km suchen lassen. In München werden zwei, in Köln vier und in Hamburg nur eine Adresse angezeit. Von Berlin-Mitte aus liegt die nächste Einrichtung mit veröffentlichten Pflegenoten im 25 km Radius. Für Frankfurt muss der Radius auf 50 km und für Leipzig auf 100 km erweitert werden.
Seit Juli 2008 gibt es einen gesetzlichen Anspruch auf die Veröffentlichung von Qualitätsprüfungen. Ende 2009 können immer noch nur sehr wenige Pflegebedürftige zwischen zwei Einrichtungen wählen, für die Pflegenoten bekannt sind.
Nicht nur die kleine Zahl der zur Verfügung stehenden Berichte spricht dafür nicht abschließend über das System zu urteilen. Leider liegt es in der Natur der Sache, dass der Notenvergleich auch eine Gleichmacherei ist, bei der individuelle Stärken und Schwächen oft nur verzerrt dargestellt werden können. Dass die Pflegenoten dazu dienen sollen zigtausend Pflegeeinrichtungen zu vergleichen, hat zur Folge, dass in diesem System vor allem Zahlen und Fakten Bedeutung haben. Macht dies den gesamten Ansatz überflüssig? Befragungen der BewohnerInnen könnten die Basis der Pflegenoten erweitern. Die Auswertung dieser Befragungen für die ersten 1000 stationären Einrichtungen hat gezeigt, dass fast ausschließlich gute oder sehr gute Bewertungen gegeben wurden. Das nützt für einen Vergleich wenig. Hier wartet noch Arbeit.
Den Einrichtungen wird die Gelegenheit gegeben Kommentare zum Transparenzbericht abzugeben. Das wird mit veröffentlicht und ist so lesenswert wie die Noten selbst: die Leitungen schreiben über die Entstehung dieser Beurteilungen. Ein Gewinn ist auch, dass in den Einzelnoten viele Bereiche angesprochen werden, die bei der üblichen Führung durchs Haus kaum zur Sprache kommen. Ganz sicher können die Transparenzberichte das Gespräch mit der Pflegedienstleitung, das vor der Vertragsunterzeichnung stattfindet, sinnvoll ergänzen.
Der VDEK weist selbst darauf hin, dass man mit den Pflegenoten noch am Anfang stehe. Die Ergebnisse müssten nun sorgfältig ausgewertet und von der Pflegewissenschaft evaluiert werden, damit die Pflegequalität realistischer abgebildet werden könne.

vdek präsentiert erste Pflegenoten im Netz - Qualitätsspirale in Gang setzen, Pressemitteilung der DAK vom 2.12.2009
Internetportal www.pflegelotse.de des VdEK
Pflegenoten, unser Beitrag vom 8.10.2009
Pflegeheim-Suche nach Transparenzberichten: Ein Selbstversuch mit Noten. Beitrag von Oliver Tolmein auf faz.de vom 31.12.2009
Ausführliche Informationen zum Thema auf www.pflegenoten.info








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