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[27.2.2010]

Stürzen vorbeugen

Fast ein Drittel aller Deutschen über 65 stürzen mindestens einmal im Jahr. Auch wenn keine Knochen zu Bruch gehen, können Stürze ein langwieriges Nachspiel haben. Schreck und Schmerzen bleiben im Gedächtnis, so dass das Vertrauen in die eigene Bewegungsfähigkeit verloren geht. Die Lebensqualität kann sehr eingeschränkt werden. Das sind gute Gründe die Sturzprophylaxe ernst zu nehmen.

Wenn es um die Vorbeugung gegen Stürze geht, fällt zuerst ein, Stolperfallen in der Wohnung zu entfernen. Teppiche sollen glatt auf dem Boden liegen und nicht leicht verrutschen. Lose Kabel (Telefon, Antenne, Lampen, ...) sind Gefahrenquellen, wie auch eine Dusche ohne Rutschsicherung. Hilfsmittel wie Stöcke oder Rollatoren, sind nur dann sinnvoll, wenn man auch bereit ist, sie zu benutzen. Vielen Menschen ist das Hantieren mit einem Rollator in der Wohnung zu lästig. Dann wird das Gerät nur hervorgeholt, wenn der Herr Doktor zum Hausbesuch kommt. Manchmal sind aber auch Rollatoren weniger sicher, als die über Jahre trainierten Griffe, die von Möbelstück zu Möbelstück reichen.
Weniger oft wird über Beleuchtung nachgedacht, die aber auch wichtig ist: nur wer den Wasserfleck auf dem Küchenboden sieht, kann ausrutschen vermeiden. Und falls heftige Sparsamkeit den Griff zum Lichtschalter verhindert, können vielleicht Bewegungsmelder, die das Licht automatisch einschalten, helfen.
Manche Medikamente beeinträchtigen die Wahrnehmung oder die Reaktionsschnelligkeit (zum Beispiel stärkere Schmerzmittel). Wenn die Gangunsicherheit zunimmt, sollte das Anlass sein in der ärztlichen Praxis ein Gespräch zu Nebenwirkungen zu führen.
Während diese Überlegungen einem Sturz vorbeugen sollen, wurde jahrelang auch propagiert, die Folgen eines Sturzes abzumildern. Die viel beschriebenen Hüftprotektoren werden allerdings heute weniger oft empfohlen.

Dem gesunden Menschenverstand sind diese Ideen leicht zugänglich. Halten sie der wissenschaftlichen Überprüfung stand? 2009 wurde untersucht, was in den letzten Jahren veröffentlicht wurde. 111 Studien mit über 55.000 TeilnehmerInnen erfüllen strenge wissenschaftliche Qualitätsmaßstäbe. 111 Teams haben keine Daten veröffentlicht, die für eine der oben genannten Maßnahmen eindeutige Nachweise der Wirksamkeit erbracht hätten. Das hat auch bei der Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung (BVPG) erstaunen ausgelöst. Nachgewiesen ist die Wirksamkeit von regelmäßigen Bewegungsübungen und sportlichen Gruppenaktivitäten. Sie bringen eine Minderung der Sturzrate um mehr als 30%.

Körperliche Aktivität beugt Stürzen vor, Artikel auf den Internetseiten der BVPG vom 25.2.2010
Unter Federführung des DBfK hat in NRW hat die Landesinitiative "Sturzprävention bei Seniorinnen und Senioren" Altenheime ins Visier genommen. Auf der Basis des nationalen Expertenstandards ist das Projekt "Landesbutton Sturzpräventives Heim und Prämierung von Best-Practice-Einrichtungen in NRW" entstanden.
Sturzunfälle sind vermeidbar – Sicher leben auch im Alter, 32-seitige Broschüre der öffentlichen Unfallversicherungen als pdf Logo-Datei





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