PFLEGESTUFE.INFO --WERBUNG--
Menü - Anzeigen  | Lupe Suche

RSS Feed abonnieren

[24.3.2010]

Fachkraftquote

Grafik des NetzwerksDie Pflegenoten sollen dabei helfen die Qualität der Pflege verschiedener Anbieter miteinander zu vergleichen. Viele der Kriterien, aus denen die Pflegenoten gebildet werden, hängen wesentlich davon ab, dass qualifizierte Fachkräfte hohe Standards nicht nur kennen, sondern auch umsetzen. Es ist allerdings nicht selbstverständlich, dass Pflegefachkräfte die Pflege übernehmen. Vorgeschrieben ist nur das mindestens 50 % der Angestellten in der Pflege Fachkräfte sein müssen. Das Deutsches Netzwerk Primary Nursing fordert diese Quote deutlich zu erhöhen und begründet das ausführlich.

In den meisten Bundesländern wird stationären Altenpflegeinrichtungen vorgeschrieben, in der Pflege mindestens 50 % Fachkräfte zu beschäftigen. "Im Spannungsfeld zwischen den vielfältigen fachlichen und rechtlichen Anforderungen, die gerade im vergangenen Jahrzehnt neue Dimensionen angenommen haben, sind insbesondere vier Merkmale von entscheidender Bedeutung für eine effiziente Pflege, die Fehler und Defizite minimieren kann. Diese sind: eigenverantwortliches professionelles Handeln, Kontinuität der Pflege, kurze Kommunikationswege sowie Planung und Durchführung der Pflege in einer Hand ... Pflegeheime versorgen heute überwiegend Menschen in der letzten Lebensphase – mit komplexen pflegerischen Bedürfnissen ... So beschränkt sich beispielsweise das pflegerische Handeln bei Vorliegen einer Harninkontinenz nicht wie einst auf das Anlegen von saugenden Inkontinenzhilfsmitteln. Vielmehr ist hier eine kontinuierliche Einschätzung des sogenannten Kontinenzprofils und damit einhergehend die Planung, interdisziplinäre Abstimmung und Evaluation von Maßnahmen zur Vermeidung von Inkontinenz bzw. zur Förderung der Kontinenz erforderlich.
Dies und mehr ist längst fachlicher Konsens und Inhalt eines von mehreren bundesweit gültigen Expertenstandards der Pflege, deren Erfüllung rechtsverbindlich ist. Dazu bedarf es, wie bei vielen sensiblen Themen, des professionellen Aufbaus einer vertrauensvollen Beziehung zwischen verantwortlicher Fachkraft und Pflegebedürftigem. – Analog zur Harnkontinenz liegen auch andere essenzielle pflegerische Aufgabengebiete wie Dekubitusprophylaxe, Sturzprävention, Schmerzmanagement, Ernährung und Flüssigkeitsversorgung und Wundversorgung fast völlig in den Händen der Fachkräfte und können nicht an Unausgebildete delegiert werden.
Ist nur jede zweite in der stationären Pflege Beschäftigte eine examinierte Fachmitarbeiterin, so kann häufig die Mindestversorgung nicht mehr gewährleistet werden – die wenigen Fachkräfte werden durch bewohnerferne oder fließbandartige Aufgaben absorbiert. Da beispielsweise im Nachtdienst nahezu ausschließlich Fachkräfte eingesetzt werden können, reduziert sich der Anteil der verfügbaren Fachkräfte in den
Tagschichten auf unter 50 %. Diese müssen zudem zahlreiche weitere Aufgaben wahrnehmen – behandlungspflegerische Maßnahmen sowie anspruchsvolle administrative Aufgaben oder etwa die Mitarbeit in Qualitätszirkeln. Hinzu kommt die fachliche Überwachung der Nichtfachkräfte und Ehrenamtlichen. Außerdem müssen Fachkräfte häufig in fremden Wohnbereichen erkrankte Kollegen vertreten.
Warum beschäftigen die Pflegeheime nicht unabhängig von der 50%-Quote mehr Fachpersonal? Heimträger müssen eine klar definierte Anzahl Pflegepersonal anstellen, sie wird pflegestufenabhängig mit den Kostenträgern vereinbart ... die Verhandlungspartei der Sozialhilfeträger: sie [hat] in der Regel ein starkes Interesse daran, dass die Pflegesätze so niedrig sind, dass tatsächlich nur die heimrechtlich verbindlichen 50 % des erforderlichen Personals auf Fachkraftniveau bezahlt werden können, die übrigen 50 % aber nur auf Hilfskraftniveau. Die Mindestquote von 50 % wird hier also zugleich zur Maximalquote.
Von Experten wird die für eine angemessene Versorgung erforderliche Fachkraftquote auf etwa 85 % eingeschätzt."

Deutsches Netzwerk Primary Nursing mahnt zur Erhöhung der Fachkraftquote in Pflegeheimen pdf Logo, Erklärung vom 12.3.2010
Ausführliche Informationen zur Qualität in der Altenpflege auf www.pflegenoten.info

Ähnliche Themen:

Mindestlohn in der Pflege, unser Beitrag vom 29.3.2010





Möchten Sie unsere
Nachrichten aus der Pflege
abonnieren? [weiter]



[244]