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[29.3.2010]

Mindestlohn in der Pflege

Im letzten Jahrzehnt sind die Durchschnittsverdienste in der Pflege kaum gestiegen. Die Mini Erhöhungen wurden von den Inflation übertroffen. Wer beruflich pflegt, hat also seit Jahren immer weniger im Portmonee. Besonders in ländlichen Gegenden, schreibt der DBfK, würden bei neuen Arbeitsverträgen immer geringere Löhne vereinbart. Gegen diesen Abwärtstrend ist nur eine Grenze beschlossen worden, die noch im Juli 2010 von der Bundesregierung offiziell verbindlich gemacht werden soll.

Schon 2008 schrieb Andrea Weskamm (DBfK): "Lohndumping in der Pflege, die Zerstörung von Arbeitsplätzen und die illegale Beschäftigung sowie die Ausbeutung von Wanderarbeiter/innen vor allem in der ambulanten und Langzeitpflege nehmen zu. Zu diesem Schluss kamen die Autoren einer nicht repräsentativen Umfrage, die feststellten, dass 15 Prozent der befragten Pflegefachkräfte, die in Alten- und Pflegeheimen oder ambulanten Pflegediensten angestellt waren, Bruttolöhne erhalten, die nach allgemeiner Einschätzung als sittenwidrig gelten. Hierbei gilt ... als sittenwidrig, wenn [das Entgeld] mehr als ein Drittel unter dem branchenüblichen Tariflohn liegt ... Für Pflegehelfer ... ein Stundenlohn von 6,48 Euro (1050,- Euro/Monat; West) bzw. 6,19 Euro und 1003,- Euro (Ost) Grundgehalt" für eine Vollzeitbeschäftigung.
Nach schwierigen Verhandlungen hat nun eine Kommission beim Bundesarbeitsministerium, die von Arbeitgeber- und Arbeitnehmergruppen besetzt war, endlich Mindestlöhne beschließen können. Für Pflegehilfskräfte werden mindestens 7,50 Euro (Ost) und 8,50 Euro (West) zur Pflicht gemacht. Diese Einigung muss noch von der Bundesregierung beschlossen werden und soll im Juli 2010 rechtskräftig sein.

"Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe - DBfK begrüßt die Einigung der Kommission für einen Mindestlohn in der Pflegebranche." Gudrun Gille, Präsidentin des DBfK sagte, "in einem Wirtschaftssektor, der gerne als die Wachstumsbranche dargestellt wird, seien damit wichtige Weichen gestellt. Vor allem in den strukturschwachen Regionen erwartet der DBfK eine deutliche Verbesserung für die Vergütung von Pflegehilfskräften ... Die Kostenträger sind aufgefordert, dort, wo die Mindestlöhne greifen, in den Vergütungsverhandlungen entsprechend nachzulegen. Wie die Menschen bezahlt werden, die in der Gesellschaft dafür sorgen, dass ihre abhängigsten Mitglieder würdig versorgt werden, zeigt den gesellschaftlichen Stellenwert, den wir der Pflege geben ... Pflegefachkräfte verdienen heute schon deutlich mehr als den Mindestlohn ... Aber für Assistenzpersonal ist der Mindestlohn eine unverzichtbare Regelung. Zudem schützt der Mindestlohn vor Marktverzerrungen durch die volle Freizügigkeit innerhalb der EU ab 2011. Der Mindestlohn gilt dann auch für Leistungsanbieter aus den osteuropäischen Nachbarländern."

DBfK begrüßt den Mindestlohn in der Pflegebranche, Pressemitteilung vom 25.3.2010
Der Mindestlohn – Gefahr für Arbeitsplätze oder Chance für die Pflegenden? pdf Logo, Andrea Weskamm in DBfK Aktuell, 1/2008
Mindestlohn in der Pflege, unser Beitrag vom 4.4.2008
Fachkraftquote, unser Beitrag vom 24.3.2010.





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