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[12.4.2010]

1 Milliarde klingeln in den Kassen der Pflegeversicherung

In der deutschen Sozialpolitik wird seit Jahren darum gestritten, wie die Finanzierung der Pflegeversicherung zukunftsfest gemacht werden könne. In den meisten Beiträgen zur Debatte wird betont, dass auch die bestehende Hürde der "erheblichen Pflegebedürftigkeit" (Pflegestufe I) und die Einschränkungen beim Leistungsumfang (Teilkasko) nicht ausreichen. Der Etat der Pflegeversicherung werde in absehbarer Zeit überlastet. Trotzdem wird für 2009 offiziell wieder ein Überschuss ausgewiesen.

Dazu erklärt Eugen Brysch (Deutsche Hospiz Stiftung):
"Jetzt den Überschuss zu feiern, den die Pflegeversicherung im vergangenen Jahr erzielt hat, wäre kurzsichtig und verfehlt. Denn die Diagnose steht seit langem fest: Die Pflegeversicherung in ihrer derzeitigen Form ist weder in der Lage, heute ein die Würde wahrendes Pflegesystem zu unterhalten, noch ist sie auch nur ansatzweise dazu fähig, die Aufgaben der Zukunft zu bewältigen. Die Politik muss endlich daran gehen, ihre Hausaufgaben zu machen und die Pflegeversicherung zu reformieren. Wir benötigen einen fundamentalen Schwenk in der Gesundheitsversorgung, wenn wir die Lebensqualität der Menschen in ihren letzten Jahren, Monaten und Wochen ernsthaft verbessern wollen.
Ein zentrales Problem ist die Trennung von Pflege- und Krankenversicherung. Sie ist nicht nur ineffizient, sie führt vor allem dazu, dass die Menschen zwischen den Systemen aufgerieben werden. Wie so oft gilt auch hier: Mehrere Köche verderben den Brei. Wenn beispielsweise ein Patient dehydriert oder wegen mangelnder Sturzprophylaxe beim Toilettengang zu Fall kommt, folgen darauf Krankenhausaufenthalt und Reha. Die Kosten für die schlechte Pflege zahlt also die Krankenversicherung. Ein solches System kann nur zu Misswirtschaft führen. Die pflegebedürftigen Menschen spüren das am eigenen Leib, die Versicherten in der Brieftasche."

Gesetzliche Pflegeversicherung erwirtschaftet 2009 Plus von einer Milliarde Euro, Meldung auf www.dradio.de vom 9. April 2010
aus einer Pressemitteilung der unabhängigen Patientenschutzorganisation Deutsche Hospiz Stiftung





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