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[19.4.2010]

Schaffen Pflegenoten Transparenz?

Logo www.diakonie-rwl.deDie Diakonie in Rheinland-Westfalen-Lippe hat grundsätzliche Kritik am bestehenden Prüfsystem. Die eigentlichen Ziele, Verbraucherschutz und Vergleichbarkeit der Pflegeleistungen, würden nicht erreicht. Das System sei bürokratisch, aufwendig und teuer. "Pflegenoten beurteilen, wie gut die Arbeit dokumentiert wird, nicht, wie gut die Arbeit der Pflegekräfte mit den pflegebedürftigen Menschen gemacht wird." Statt einer Verschärfung der Kriterien, wie sie derzeit in der Politik diskutiert wird, sei es jetzt viel wichtiger, dass die bestehende Kriterien einheitlich beurteilt werden. In Bochum fand am 15. April ein Fachtag zum Thema statt.

"Wenn 250 Pflegedienstleiter und Geschäftsführer von Pflegeeinrichtungen intensiv den Vorträgen eines Statistik-Professors und eines Fachanwalts für Sozialrecht lauschen, dann muss es um ein wichtiges Thema gehen. In den Voten der Referenten und vom Publikum wurde deutlich, dass es grundsätzliche Mängel im bestehenden Prüfsystem gibt ... Plastisch konnten Heimleiter und Pflegekräfte schildern, wie das jetzige System bürokratisch, aufwendig und teuer für ihre Einrichtung ist. Letztendlich führt es zu keiner realistischen Bewertungen der Pflegeleistungen und erst Recht führt es nicht zu einer Verbesserung der Situation der Patienten und Bewohner.
Ulrich Christofczik, Geschäftsbereichsleiter der Diakonie RWL wiederholte auf der Tagung sein Urteil: 'Pflegenoten beurteilen, wie gut die Arbeit dokumentiert wird, nicht, wie gut die Arbeit der Pflegekräfte mit den pflegebedürftigen Menschen gemacht wird.' Da hilft auch keine Verschärfung der Kriterien, wie sie derzeit in der Politik diskutiert wird ... Außerdem ist der Aufwand für die Transparenzberichte zu einer großen Belastung für Einrichtungen, Mitarbeitende und Patienten geworden. 'Es bleibt immer weniger Zeit für die Menschen, wenn unsere Mitarbeitenden immer länger über den Papieren hängen.'
Professor Marcellus Bonato von der Fachhochschule Münster untersuchte die Methodik der Transparenzberichte und kam zu dem eindeutigen Schluss, dass die Ziele im Wesentlichen nicht erfüllt würden und dass es keine ausreichende Grundlage für die Kriterien gäbe. 'Es wird behauptet, die Qualität der Pflege zu messen, dabei ist es nicht klar, wie man die Ergebnisse von Pflegeleistungen misst.' ...
In einer Podiumsdiskussion verteidigte Dr. Peter Pick, Geschäftsführer des Medizinischen Dienstes des Spitzenverbandes der Krankenkassen, das Vorgehen der Prüfer und den Aufwand einer Prüfung. Eine gute Dokumentation sei im Pflegealltag so wie so nötig. Außerdem sei mit den Transparenzberichten erstmals eine direkte Überprüfung des Gesundheitszustandes an Patienten und Bewohnern eingeführt worden. Diese Untersuchung am 'Objekt' wurde von Einrichtungsleitern kritisiert und als ethisch fragwürdig dargestellt.
Die Diakonie RWL fordert nun dringend eine Reform der Transparenzberichterstattung. Alle Beteiligten sollten gemeinsam neue Instrumente entwickeln, um den Zielen Verbraucherschutz und bessere Pflege gerecht zu werden. 'Wir wollen, dass unsere Arbeit und Leistungen in der Pflege realistisch bewertet werden. Damit Angehörigen und Patienten eine echte Chance haben, die Qualität von Pflege zu vergleichen. Das Beste ist es aber, sich selbst ein Bild von einer Einrichtung zu machen. Unsere Häuser und Pflegedienste sind offen für alle Interessierte', betonte Ulrich Christofczik auf einer Pressekonferenz am Rande des Fachtages."

Einladung zur Veranstaltung und Bericht: Keine Transparenz durch Pflegenoten - Fachtag der Diakonie RWL in Bochum, Meldung auf www.diakonie-rwl.de (16.4.2010)
Ausführliche Informationen zu den Pflegenoten und der politischen Debatte finden Sie auf www.pflegenoten.info





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