PFLEGESTUFE.INFO --WERBUNG--
Menü - Anzeigen  | Lupe Suche

RSS-Feed abonnieren

[26.8.2010]

Sozialvertrag Pflege

Foto: ein sitzender Mann bekommt HilfeWer krank ist, kommt ins Krankenhaus. Wer Pflege braucht, kommt ins Pflegeheim. Das stimmt so nicht und so automatisch will es auch niemand. Es ist gut, dass es ganz verschiedene Möglichkeiten gibt, medizinische und pflegerische Hilfen zu bekommen. Die Lobby Organisation Carers UK weist darauf hin, dass ein großer Teil der pflegerischen Hilfen ehrenamtlich geleistet wird. Doch wie soll das in 20 oder 40 Jahren noch gehen? Es wird mit Blick auf die nächsten Jahrzehnte eine Art "New Deal" für die Sicherung der Pflege gefordert.

Im Vereinigten Königreich erleiden jährlich 10.000 Menschen einen Schlaganfall, 36.000 werden Jahr um Jahr durch einen Verkehrsunfall schwer verletzt und 27.000 Kinder werden mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung oder einer schweren, seltenen Krankheit diagnostiziert - jedes Jahr übernehmen Familienmitglieder oder Freunde Verantwortung, um diesen Menschen zu helfen. Carers UK stellt fest, dass die meisten Menschen, die auf pflegerische Hilfen angewiesen sind, diese Unterstützung von Angehörigen bekommen. Es würden Verwandte, Bekannte oder Nachbarn in Anspruch genommen. Staatliche Hilfen und professionelle Pflege seien für häusliche Hilfe der zweite oder dritte Schritt.
Pflege zu leisten und zu bekommen gehört zu den Grundlagen menschlicher Existenz - Pflegende und Gepflegte brauchen dazu in Zukunft mehr Unterstützung.
Die demografische Entwicklung unterstreicht diese Forderung: In der Gesamtbevölkerung steigt in den nächsten Jahrzehnten voraussichtlich der Anteil jener, die auf pflegerische Hilfen angewiesen sind - gleichzeitig sinkt der Anteil derjenigen, die erwerbstätig sind und Beiträge in die Sozialsysteme zahlen. Es hat was von Quadratur des Kreises, diese beiden Entwicklungen miteinander zu versöhnen.

Carers UK weist darauf hin, dass vor etwa 20 Jahren eine andere gesellschaftliche Aufgabe ähnlich ratlos diskutiert wurde: Geburtenrückgang und Kindererziehung. In allen westlichen Gesellschaften wurden enorme Anstrengungen unternommen, um Eltern, vor allem in den ersten Lebensjahren der Kinder, zu unterstützen. Kinder- und Erziehungsgeld sind dabei nur ein Teil. Viele Arbeitgeber akzeptieren inzwischen auch bei Vätern die Erziehungszeit und halten Karrieremöglichkeiten offen. Sind die Kinder krank, können sich Eltern von der Arbeit freistellen lassen. Betreuungsangebote für Kinder werden immer umfangreicher und flexibler.
Ähnliche Initiativen seien auch nötig, um die Pflege erwachsener Menschen zu fördern. Es geht um Beratung und Unterstützung bei der Pflege. Es geht darum, dass wer heute in der Sandwichgeneration pflegt, nicht mehr mit Einbußen bei der Rente rechnen muss.
Wichtig wäre auch, mehr Respekt - Alternativen zur Angehörigenpflege gibt es nicht.

Tipping Point for Care - time for a new social contract, Grundsatzpapier von Carers UK
Unser Beitrag Pflegende ohne eigenes Leben vom 7.8.2010 mit Ideen, die kurzfristig die Lage der pflegenden Angehörigen verbessern könnten.





Möchten Sie unsere
Nachrichten aus der Pflege
abonnieren? [weiter]



[267]