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[28.10.2010]

Viel trinken ...

Fast bei jedem Arztbesuch bekommen alte Menschen zu hören: "Und Sie müssen viel trinken!" Der Mensch verliert täglich zwei bis drei Liter Flüssigkeit: mit dem Urin, aber auch mit dem Stuhlgang, der Atemluft oder beim Schwitzen. Also, so wird oft geschrieben, sollten wir täglich mindestens zwei, besser aber drei Liter trinken. Das sei ein Kurzschluss, berichtet der WDR in seiner Serie über "Ernährungsirrtümer".

Für die Informationen über "das Trinken" hat die Redaktion Prof. Susanne Klaus vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung befragt, die sagt: "Nein!" zu drei Litern täglich. Dazu gebe es keine wissenschaftliche Grundlage. Wasser sei auch in der Nahrung enthalten. Irgendwo zwischen eineinhalb und zwei Litern müssten wir trinken, "aber das kann man so nicht verallgemeinern. Weil es natürliche Unterschiede gibt." Beispielsweise bräuchten größere Menschen mehr Flüssigkeit. Damit bestätigt sie was der Medizinische Dienst 2003 in einer Grundsatzstellungnahme schrieb: "Eine Trinkmenge von 1,5-2 l zur Vermeidung von Exsikkose sollte eingehalten werden." (MDS, 2003, Seite 58)
Weiter bemerkt die Wissenschaftlerin, dass ein frisch gepresster Orangensaft sehr viele Kalorien enthalte. Fruchtsäfte seien als Durstlöscher deshalb nicht geeignet - verdünnen sei dann eine gute Idee. Bei gesunden Erwachsenen empfiehlt sie: "Wenn wir Durst haben müssen wir trinken, wenn wir keinen Durst haben, müssen wir in der Regel nicht trinken." Für Kinder und alte Menschen gelte das so nicht, hier sei etwas mehr Aufmerksamkeit nötig.
Tröstliches hat Prof. Klaus noch für Kaffeefans: "Früher hieß es, Kaffee dehydriert, aber das ist Unsinn. Das Wasser, das im Kaffee ist, steht uns ganz normal zur Verfügung, wie anderes Wasser auch."

Radiosendung Leonardo auf WDR5 Ernährungsirrtümer Teil 3: Ganz viel trinken, Sendung vom 27.10.2010
Das Deutsche Institut für Ernährungsforschung
MDS: "Grundsatzstellungnahme Ernährung und Flüssigkeitsversorgung älterer Menschen pdf Logo ", Essen, 2003





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