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[2.2.2011]

Neu: Pflegebeauftragter in Bayern

Die Sozialministerin in Bayern hat Werner Zwick zum Pflegebeauftragten des Landes ernannt. Unbürokratisch soll er Pflegebedürftige und ihre Angehörigen unterstützen, wenn es Missstände gibt. Über eine Internetseite und eine Telefonnummer ist der Pflegebeauftragte rund um die Uhr zu erreichen. Die Ministerin bittet: "Nutzen Sie das Angebot!"

Die bayerische Sozialministerin Haderthauer beginnt ihre Pressemitteilung mit anerkennenden Worten für das hohe "Engagement und Verantwortungsbewusstsein vieler Pflegekräfte und Einrichtungen für pflegebedürftige Menschen. Sowohl in der häuslichen als auch in der stationären Pflege wird hervorragende Arbeit geleistet." Mängeln, Versagen und Fehlleistungen gebe es aber in Einzelfällen. Betroffene hätten allerdings Schwierigkeiten derlei anzusprechen. Bei Claus Fussek (München) laufen seit Jahren Berichte zu teilweise skandalösen und kriminellen Vorgängen im Feld der Altenpflege zusammen. Er will nicht mehr von Einzelfällen sprechen. Es gehe um Alltägliches: Bekommen Pflegebedürftige ihre Mahlzeiten und Getränke in ausreichender Menge und in dem Tempo, wie sie kauen und schlucken können? Werden die Menschen zur Toilette geführt, oder zum Gebrauch von Windeln oder Kathetern gedrängt? Wird allen, die es wünschen, täglich aus dem Bett geholfen? Gibt es die Möglichkeit MitbewohnerInnen in Mehrbettzimmern abzulehnen?
Sind Probleme dieser Art nicht in persönlichen Gesprächen zu klären, sieht es schlecht für die Betroffenen aus. Pflege- oder Krankenkassen können zwar den medizinischen Dienst losschicken, es vergehen darüber aber schon mal mehrere Monate. Die Heimaufsicht hat selten Kapazitäten für schnelle Reaktionen. Und die Polizei wird nur aktiv, wenn von Straftaten berichtet wird. Wird eine Einrichtungsleitung mit offiziellen Anfragen konfrontiert, schwebt die Drohung im Raum, die Behörden könnten an die Öffentlichkeit gehen oder kostenträchtige Auflagen, bis zu Aufnahmestopp oder Schließung veranlassen. In einer solchen Situation werden Rechtsanwälte vor jeglichem Eingeständnis warnen. So enden die Konfliktparteien schnell in einer Sackgasse und für die Pflegebedürftigen ändert sich nichts.
Mit Ombudsleuten oder, wie es in Bayern jetzt heißt, Pflegebeauftragte werden unabhängige Anlaufstellen geschaffen, "an die sich Betroffene unbürokratisch und vertraulich wenden können". Sie sollen dazu beitragen Gespräche in Gang zu bringen, Konflikte schnell zu schlichten und die Situation für die Pflegebedürftigen zu verbessern.

Der bayerische Pflegebeauftragte Werner Zwick ist telefonisch unter der kostenlosen Rufnummer 0800 0114353 erreichbar. Zur Internetseite
Das verdrängte Elend, Gastbeitrag von Claus Fussek in der Frankfurter Rundschau vom 23.9.2010
unser Beitrag Pflege ist kein Partyservice vom 9.7.2010
unser Beitrag Die Würde des Menschen ... vom 19.2.2011



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