PFLEGESTUFE.INFO --WERBUNG--
Menü - Anzeigen  | Lupe Suche
[10.2.2011]

Neu: Pflegebeauftragter in Bayern

Die Sozialministerin in Bayern hat Werner Zwick zum Pflegebeauftragten des Landes ernannt. Unbürokratisch soll er Pflegebedürftige und ihre Angehörigen unterstützen, wenn es Missstände gibt. Über eine Internetseite und eine Telefonnummer ist der Pflegebeauftragte rund um die Uhr zu erreichen. Die Ministerin bittet: "Nutzen Sie das Angebot!"

Weil die Arbeit in Pflegeeinrichtungen ist in vielfältiger Weise von der Einstufung der BewohnerInnen abhängig ist, sind sie darauf angewiesen, höheren Pflegebedarf zeitnah zu erkennen. In den Heimverträgen wird in der Regel zugesagt, dass die BewohnerInnen die nötige Hilfe bekommen. Und nötig ist nicht abhängig von der Pflegestufe. Im Gegenzug muss zugesichert werden, dass in zumutbarer Weise daran mitgewirkt wird, von den Kostenträgern zu bekommen was recht ist.

In der Regel bedeutet das, dass die Einrichtungen in regelmäßigen Abständen untersuchen, ob ein Höherstufungsantrag angemessen erscheint und im Fall des Falles darum bitten einen entsprechenden Antrag zu stellen. Grundsätzlich haben nur die Versicherten die Möglichkeit, einen Antrag bei der Pflegekasse zu stellen. Die Pflegekasse gibt an den MDK einen Auftrag zur Begutachtung. Der MDK wiederum ist auf Neutralität verpflichtet und prüft entsprechend der Vorgaben von SGB XI und Begutachtungsrichtlinien. Es sollte möglich sein, dies in gegenseitigem Einvernehmen abzuwickeln.

Wird am Ende von der Pflegekasse eine höhere Pflegestufe bewilligt, dann bekommt die Pflegeeinrichtung nicht nur mehr Geld, sondern auch eine bessere Position bei den Verhandlungen mit den Kostenträgern über die Personalbemessung. Für die BewohnerInnen bedeutet die höhere Pflegestufe auch einen höheren Eigenanteil. Im Februar 2011 haben wir bei acht Altenheimen nachgesehen, die ihre Preise im Internet veröffentlichen. Durchschnittlich steigt der Eigenanteil von Pflegestufe I nach II um 156,05 Euro und von Pflegestufe II nach III um 194,90 Euro.

Es hat in der Vergangenheit immer wieder Gerichtsverfahren um diese Problemstellung gegeben. Es stellt sich für uns so dar, dass die Gerichte grundsätzlich die Pflegeeinrichtungen in der Pflicht sehen, um die Kooperation der Pflegebedürftigen und Angehörigen zu werben. Erst wenn verschiedene Versuche erfolglos bleiben, kann, mit einigem bürokratischen Aufwand, die Einrichtung von sich aus einen Höherstufungsantrag stellen.

Der bayerische Pflegebeauftragte Werner Zwick ist telefonisch unter der kostenlosen Rufnummer 0800 0114353 erreichbar. Zur Internetseite
Das verdrängte Elend, Gastbeitrag von Claus Fussek in der Frankfurter Rundschau vom 23.9.2010
unser Beitrag Pflege ist kein Partyservice vom 9.7.2010



Möchten Sie unsere
Nachrichten aus der Pflege
abonnieren? [weiter ...]



[293]