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[9.5.2011]

Altersdiskriminierung

Altersdiskriminierung könne jeden treffen, sagt Christine Lüders am 28.4. in Berlin. Die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes weist darauf hin, dass es zahlreiche Belege dafür gibt, dass Diskriminierung aufgrund des Lebensalters regelmäßig stattfindet und zum Alltag in Deutschland gehört.

Christine Lüders nahm den Europäischen Tag der Generationensolidarität zum Anlass aus ihrer Arbeit zu berichten. "'Am häufigsten betroffen sind zwar ältere Menschen, doch inzwischen erleben auch Menschen ab Mitte 40 Altersdiskriminierung', so Lüders. Bei der Antidiskriminierungsstelle des Bundes melden sich unter anderem Rentnerinnen und Rentner, denen die Hausbank keine Kredite gewähren will, obwohl sie seit Jahrzehnten schuldenfrei sind. Bekannt sind auch Fälle, in denen Krankenkassen älteren Versicherten Ansprüche auf Heilbehandlung verweigern oder Arbeitgeber nur jüngere Beschäftigte auf Weiterbildungen schicken. Vor allem betrifft Altersdiskriminierung den Zugang zum Arbeitsmarkt. 'Ältere Menschen werden aus der Arbeitswelt verdrängt', sagt Lüders. Obwohl die Zahl der Erwerbsfähigen unter den 55- bis 64-Jährigen in Deutschland gestiegen ist, hat noch immer mehr als die Hälfte von ihnen keinen Job. 'Das muss uns zu denken geben.' In Studien dazu wurden unter anderem identische Bewerbungen mit unterschiedlichen Altersangaben verschickt – mit eindeutigen Ergebnissen: Je höher das Alter, desto niedriger die Chance auf eine Einladung zum Bewerbungsgespräch. (Vergleiche Expertise Diskriminierung aufgrund des Alters acrobat-icon)
Auch junge Menschen erleben Diskriminierung aufgrund ihres Alters. 'Im Arbeitsleben werden sie unterschätzt und bei Beförderungen nicht berücksichtigt, weil sie noch nicht dran sind', sagt Lüders. Berufseinsteiger sollen sich in unendlichen Praktika beweisen, erhalten weniger Gehalt oder Urlaubstage als ältere Kollegen. 'Problematisch daran ist: Viele Menschen halten das für zulässig. Deshalb müssen wir uns dringend von den üblichen Altersstereotypen verabschieden', betont Lüders."

Leiterin der Antidiskriminierungsstelle, anlässlich des Europäischen Tags der Generationensolidarität am 29. April: "Altersdiskriminierung ist ein ernst zu nehmendes Problem in Deutschland", Pressemitteilung der Antidiskriminierungsstelle des Bundes vom 28.04.2011
Aus Sicht der Altenpflege ist hier noch zu ergänzen: Sehr viele pflegende Angehörige sind im Rentenalter. Ohne ihre Leistungen könnte die Pflegeversicherung nicht "funktionieren". (Pflege ist Gesundheitsrisiko, Artikel auf www.pflegestufe.info vom 5.3.2011).
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