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[1.2.2012]

Tausche wichtigen Arbeitsplatz gegen guten

DBfK LogoSeit Jahren wird von allen Seiten beklagt, dass es zu wenige Menschen gibt, die in der Pflege arbeiten wollen. Auch die Demonstration mit 135000 Menschen in Berlin vor drei Jahren hat keine wirklichen Verbesserungen gebracht. Jetzt dreht der DBfK den Spieß um und lädt alle Pflegeprofis ein, von ihren Arbeitgebern konkrete Verbesserungen zu fordern ... es gebe schließlich genug Stellenangebote.

Heute startet der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) eine neue Initiative:
Tausche wichtigen gegen guten Arbeitsplatz.
Die Interessenvertretung der professionell Pflegenden fordert bundesweit dazu auf, sich nicht länger mit schlechten Arbeitsbedingungen abzufinden. "Jahr für Jahr belegen Pflegefachpersonen vorderste Plätze im Ranking von Readers Digest, Allensbach-Institut und anderen Meinungsforschern. Die deutsche Bevölkerung attestiert den Pflegenden großes Vertrauen, schätzt ihre Leistung hoch ein und hält sie im Gesundheitssystem für unverzichtbar. Aber drückt sich diese Wertschätzung auch in den Einrichtungen, an den Arbeitsplätzen und im Arbeitsalltag aus?“ fragt DBfK-Bundesgeschäftsführer Franz Wagner. Abgesehen von wenigen Ausnahmen sei die Arbeitsplatzrealität in erster Linie gekennzeichnet durch viel Arbeit, hohes Arbeitstempo, große körperliche und seelische Beanspruchung, geringe Autonomie, wenig Anerkennung, eher familienfeindliche Arbeitszeiten und ein niedriges Gehaltsniveau. All dies habe den ohnehin seit Jahren drohenden Fachkräftemangel in den Pflegeberufen noch verschärft. "Mit großer Vertrauenswürdigkeit kann ich meine Miete auch nicht bezahlen!", sagte kürzlich eine Altenpflegerin dazu.
Bundesweit müssen Pflegeeinrichtungen viel Aufwand treiben, um Pflegefachpersonal zu finden. Der Arbeitsmarkt für qualifiziertes Pflegepersonal ist leergefegt, eine Situation, an die sich die so Umworbenen erst gewöhnen müssen. Die Chancen, die sich für sie daraus ergeben, haben viele noch nicht erkannt. "Nutzen Sie die Chancen, die die Arbeitsmarktentwicklung bietet, setzen Sie Grenzen, stellen Sie berechtigte Forderungen, treten Sie selbstbewusst in Verhandlungen ein. Klopfen Sie Ihren derzeitigen Arbeitsplatz ab und dann beim Vorgesetzten an. Danach gegebenenfalls auch beim Konkurrenten!", appelliert Wagner an die Berufsgruppe.

Die Initiative des DBfK richtet sich in erster Linie an die Pflegenden selbst, aber auch an Verantwortliche in Unternehmen und Politik. Guter oder schlechter Arbeitsplatz sei eine Frage der Prioritätensetzung im Unternehmen und des politischen Rahmens.
Die Online-Aktion "Tausche wichtigen gegen guten Arbeitsplatz" startet jetzt und soll drei Monate dauern. In jedem Monat wird es ein Schwerpunktthema geben, beginnend mit den Basics: "Weil ich es Wert bin – Wertschätzung und Anerkennung". Im März geht es um das gesunde Altwerden im Pflegeberuf, im April um Themen rund um den Dienstplan.
(Quelle: DBfK)

Alle Informationen, Materialien zum Download und praxistaugliche Tipps zum Ausprobieren finden Sie auf den Aktionsseiten des DBfK.
Mein Ziel: Gesund in den Ruhestand, unser Beitrag zum Auftakt der DBfK-Kampagne vom 1.2.2012
Gute Pflege ist ein Menschenrecht, unser Beitrag zum "Bündnis für gute Pflege" vom 14.2.2012
Demo in Berlin, unser Beitrag zur Großveranstaltung mit ca. 135000 Menschen vor dem Brandenburger Tor (26.9.2008)


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