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[10.3.2012]

Technik. Wo stehen wir?

Die Zeitschrift ProAlter bringt einen 20-seitigen Themenschwerpunkt über technische Assistenzsysteme für pflegebedürftige alte Menschen. Es geht um Rauchmelder, automatisierte Beleuchtung, Bewegungsmelder oder Notrufsysteme. Auch umfassende Systeme bis hin zu "Smart Homes" werden beschrieben um zu zeigen, wohin die Reise gehen könnte.

Mit zunehmenden Alter nehmen auch die sogenannten Alterserkrankungen zu. Rheuma, Demenz, Herz-Kreislauferkrankungen und diverse Stoffwechselerkrankungen schränken älter werdende Menschen in immer größerem Maß ein.
Für viele Angehörige und Erkrankte stellt sich deshalb irgendwann die Frage "Wann geht’s ins Pflegeheim?". Dieser Schritt bedeutet für viele die Aufgabe ihrer Selbstständigkeit und Selbstbestimmung. Aus diesem Grund zögern Angehörige wie auch Erkrankte. Es wird versucht, ein Leben zu Hause möglich zu machen. Mittlerweile gibt es viele technische Assistenzsysteme und ganze Projekte, die ein solches Leben ermöglichen sollen.

Das Magazin Pro Alter erscheint sechs mal im Jahr und bearbeitet unterschiedliche Themen rund ums Alter. In der Ausgabe "Technik. Wo stehen wir?" werden neben anderen Themen schwerpunktmäßig die neuesten Entwicklungen und Projekte vorgestellt, die den Alltag eines eingeschränkten Menschen erleichtern beziehungsweise sogar überhaupt erst ermöglichen können.

Eins dieser Projekte ist das Ambient Assisted Living (AAL). Dabei sind die Wohnungen der Betroffenen in bestimmte Servicestrukturen (Kommunikationsdienste, haushaltsnahe Dienste, Gesundheitsservice, ambulante Versorgung, etc.) integriert und ermöglichen den Bewohnern auf diese Weise das Leben in den eigenen vier Wänden.
Der Artikel beleuchtet das Projekt hinsichtlich bedingender Faktoren wie Akzeptanz, Bedienfreundlichkeit, Kosten und geht auch auf den nicht zu unterschätzenden Faktor der Überwachung ein. Leider lässt sich dieses Projekt zur Zeit noch nicht realisieren, liefert jedoch einen interessanten Ansatz und Denkanstoß für Leser, die geneigt sind, einen nicht ganz herkömmlichen Weg zu versuchen, bevor der Schritt ins Pflegeheim gewählt wird.

Der Artikel technische Assistenzsysteme stellt Ideen besonders für den stationären Bereich vor. Das Alpha Haus ist eine Einrichtung, die für 21 Menschen mit Demenz geschaffen wurde. Technik spielt hier eine wesentliche Rolle. Frei nach dem Motto "Sicherheit durch Technik" wird ein weitestgehend selbstständiges Leben ermöglicht. Ein- und Ausgänge sind nicht verschlossen, sondern verfügen über Sensoren, die ein Verlassen des Hauses direkt an das pflegerische Team weitergeben. Auf diese Weise sehen sich Bewohner nicht so schnell mit dem Gefühl des Eingesperrtseins konfrontiert. Es entsteht eine allgemein entspanntere Grundstimmung. Viele weitere Assistenzsysteme senken alltägliche Gefahren und ermöglichen ein selbstbestimmteres Leben.

Neben diesen umfangreichen Projekten werden auch Hilfsmittel für den direkten Gebrauch zu Hause vorgestellt. Das reicht vom Haushaltsroboter über diverse Unfallverhütungshilfsmittel bis hin zum "Smart Home", einem Haus, das durch Sensorik an geöffnete Fenster erinnert, den Wasserverbauch steuert und die allgemeine Bewegung im Haus misst. Durch diese Messung kann registriert werden, ob ein Mensch stürzt oder zu häufigem nächtlichen Wasserlassen neigt.

Fazit:
Wie auch in allen anderen Bereichen des Lebens kann Technik erleichternd wirken. Die vorgestellten Projekte und Hilfsmittel sollen diesen Zweck erfüllen und tun dies meistens auch.
Es gibt allerdings eine Grenze ab der Maschinen und Geräte eine professionelle Pflegekraft nicht mehr ersetzen können. Wesensveränderungen lassen sich schwer messen, somit würde ein Pflegeroboter das Fortschreiten einer Demenz, eine depressive Grundstimmung oder Suizidgedanken nicht registrieren.
Technik bietet die Möglichkeit, selbstständiges Leben länger möglich zu machen. Den unangenehmen Schritt, einen geliebten Menschen ins Altenheim zu bringen, wird sie allerdings oft nicht dauerhaft verhindern können.

Arne Kraft, Auszubildender für Gesundheits- und Krankenpflege (3. Ausbildungsjahr)

 

Zeitschrift ProAlter: "Technik. Wo stehen wir?", Ausgabe 03, Mai/Juni 2011, 68 Seiten, 5,80 Euro, herausgegeben vom Kuratorium Deutsche Altershilfe - www.proalter.de
Pflege statt/mit/trotz Technik, unser Beitrag vom 30.10.2010

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