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[4.4.2012]

Arbeitszeit ist Lebenszeit

DBfK LogoSeit Jahren wird von allen Seiten beklagt, dass es zu wenige Menschen gibt, die in der Pflege arbeiten wollen. Auch die Demonstration mit 135000 Menschen in Berlin vor drei Jahren hat keine wirklichen Verbesserungen gebracht. Jetzt dreht der DBfK den Spieß um und lädt alle Pflegeprofis ein, von ihren Arbeitgebern konkrete Verbesserungen zu fordern ... es gebe schließlich genug Stellenangebote.

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) organisiert die Initiative:
Tausche wichtigen gegen guten Arbeitsplatz.
Die Interessenvertretung der professionell Pflegenden fordert bundesweit dazu auf, sich nicht länger mit schlechten Arbeitsbedingungen abzufinden. "Jahr für Jahr belegen Pflegefachpersonen vorderste Plätze im Ranking von Readers Digest, Allensbach-Institut und anderen Meinungsforschern. Die deutsche Bevölkerung attestiert den Pflegenden großes Vertrauen, schätzt ihre Leistung hoch ein und hält sie im Gesundheitssystem für unverzichtbar. Aber drückt sich diese Wertschätzung auch in den Einrichtungen, an den Arbeitsplätzen und im Arbeitsalltag aus?" fragt DBfK-Bundesgeschäftsführer Franz Wagner.
Arbeitszeit ist Lebenszeit
Ein Kalenderjahr hat 365 Tage mit jeweils 24 Stunden. Das ergibt pro Jahr eine Lebenszeit von 8760 Stunden, "Einen Teil davon hat man als Arbeitnehmer per Vertrag 'verkauft' an den Arbeitgeber, der dafür den Gegenwert in Form des Monatsgehalts zahlt. Beim Vollzeitvertrag mit 38,5 Wochenstunden und einem Urlaubsanspruch von ca. 5,5 Wochen ergibt sich eine Jahresarbeitszeit von 1790, 25 Stunden. Das ist etwas mehr als ein Fünftel, genau 20,5 Prozent der Gesamtzeit des Kalenderjahrs.
Zugegeben, der Arbeitsweg ist noch zu berücksichtigen, schlafen und essen muss man auch. Dennoch bleibt ein sehr großes Zeitkontingent übrig, das man für Familie, Freizeit, Hobbies, Reisen und sonstige Bedürfnisse verwenden kann. Soweit die Theorie...
Pflege findet im Schichtdienst statt, d.h. die Umstellung von Tag- auf Nachtdienst und umgekehrt, die Anpassung des Bio- und Lebensrhythmus an Früh- und Spätdienste brauchen zusätzlich Zeit und sind mit steigendem Lebensalter immer schwieriger zu bewältigen. Hinzu kommt, dass die hohe Arbeitsbelastung längere Regenerationszeiten erfordert als üblich ... Und vor allem: für die allermeisten Pflegenden gehören Überstunden, häufige Dienstplanänderungen und zusätzliche Arbeitseinsätze zum Arbeitsalltag ... Das Privatleben steht ständig zur Disposition, wenn man es nicht schafft, Grenzen zu setzen, Nein zu sagen und dem Druck durch Kollegen und Vorgesetzte an dieser Stelle auch stand zu halten. Pflegende berichten, dass sie ihre Anrufbeantworter abschalten, nicht mehr ans Telefon gehen oder sich Geheimnummern zulegen, um zuhause unerreichbar zu sein. Wem ist man in erster Linie verpflichtet? Dem Arbeitgeber, den Kolleginnen und Kollegen, dem (Ehe-)Partner, der Familie, Freunden – oder sich selbst und eigenen, durchaus legitimen und menschlichen Bedürfnissen? Diese Frage muss sich jeder immer wieder selbst beantworten."
(Quelle: DBfK)

Alle Informationen, Materialien zum Download und praxistaugliche Tipps zum Ausprobieren finden Sie auf den Aktionsseiten des DBfK.
Gute Pflege ist ein Menschenrecht, unser Beitrag zum "Bündnis für gute Pflege" vom 14.2.2012
Demo in Berlin, unser Beitrag zur Großveranstaltung mit ca. 135000 Menschen vor dem Brandenburger Tor (26.9.2008)

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