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[12.4.2012]

MRSA zu Hause

Fast eine halbe Million Menschen infizieren sich jedes Jahr in Deutschland mit multiresistenten Keimen, schätzt die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene. Therapien schlagen kaum an, Patienten sind lange krank, einige sterben an der Infektion. Das Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA) informiert nun in einem Ratgeber über multiresistente Keime. Darin wird erklärt, was es bedeutet, Träger von solchen Keimen zu sein und wie Angehörige von Betroffenen sich schützen können.

"MRSA: positiv!"
Wenn dieser Befund im Krankenhaus erstellt wird, erinnert das, was folgt, an einen Psychothriller. Wer sich mit besiedelten Patienten in einem Raum aufhalten will, muss einen Mundschutz aufsetzen, Handschuhe überstreifen und einen Schutzkittel tragen. biohazard LogoAn der Zimmertür des Patienten hängt teilweise sogar das Zeichen für biologische Gefahr. Kein Wunder also wenn sich Angehörige oder Besucher vor den unsichtbaren Keimen fürchten. Dabei besteht eigentlich kein Grund zur Sorge, denn einem Gesunden kann der multiresistente Staphylococus Areus (MRSA) in der Regel nicht schaden. Um aufzuklären und zu informieren hat das Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA) einen Ratgeber für Betroffene und Angehörige erarbeitet.
In den ersten acht Kapiteln klärt der Ratgeber alle relevanten Fragen zu den multiresistenten Keimen. Es werden die Unterschiede zwischen Kolonisation und Infektion erläutert. "Multiresistente Bakterien haben keine anderen 'krankmachenden'" Eigenschaften als die normale Körperflora "Erst wenn die Bakterien durch die Haut in tiefere Gewebschichten eindringen"... spricht man von einer Infektion".
Den Unterschieden zwischen den einzelnen Keimarten, den Übertragungsarten und der Behandlung, der sogenannten Sanierung, widmen sich eigene Kapitel.
Im letzten und umfangreichsten Kapitel wird erläutert, was in den Bereichen des täglichen Lebens zu beachten ist. Dabei wird nicht nur auf die Hygienemaßnahmen zu Hause eingegangen, sondern auch auf Themen wie den Umgang mit sozialen Kontakten oder Sexualität. Diese Aspekte sind besonders wichtig, geht die Erkankung doch, vermittelt durch die umfangreichen Sicherheits- und Hygienemaßnahmen, häufig mit einer Stigmatisierung der Betroffenen einher.

Fazit: Die Besiedlung mit multiresistenten Keimen stellt eine zunehmende Herausforderung für das deutsche Gesundheitssystem dar. Ein wichtiges Standbein für die Bewältigung dieser Herausforderung ist die Aufklärung. Das KDA kommt dieser Pflicht mithilfe von leicht verständlichen Texten, die mit ansprechenden Illustrationen versehen sind, nach. Inhaltlich liefert der Ratgeber genau die richtige Menge an Details. Die Informationen sind so formuliert, dass auch der Leser, der sich erstmals mit multiresistenten Erregern ausseinandersetzt, keine Probleme hat den Texten zu folgen.

Arne Kraft, Auszubildender für Gesundheits- und Krankenpflege (3. Ausbildungsjahr)

Ein neuer Ratgeber des Kuratoriums Deutsche Altershilfe informiert Betroffene und Angehörige, Pressemitteilung des kda vom 20.3.2012
Heiko Rutenkröger und Kerstin Freund: Umgang mit Multiresistenten Keimen. Ein Ratgeber für Betroffene und Angehörige, zur Internetseite des Ratgebers. Es gibt die Möglichkeit ein Heft zu bestellen oder den Text als -Datei herunter zu laden (Köln 2012).
www.mrsa-net.org ist das Internetportal einer deutsch-niederländischen Kooperation, die seit Jahren daran arbeitet. die Erfolge des Nachbarlands bei der MRSA Kontrolle ins deutsche Gesundheitssystem zu übertragen. Dort gibt es auch Informationen für PatientInnen.
Von der Forschung in die Praxis - Infektionen und Entzündungen wirksam bekämpfen. Das Bundesforschungsministerium (BMBF) fördert ein Pilotprojekt am Universitätsklinikum Jena. Pressemeldung des BMBF vom 12.4.2012

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