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[15.5.2012]

Gute Pflege ...

Wer Pflege braucht, sollte Pflegequalität erkennen und einfordern können. Doch was ist gute Pflege? Dazu hat die Pflegewissenschaft in den letzten Jahren Expertenstandards entwickelt. Diese sind verbindliche Orientierungshilfen für Pflegeeinrichtungen. Die Verbraucherzentrale hat sich die aktuellen Expertenstandards angesehen und ein Broschüre entwickelt, die Pflegebedürftigen und Angehörigen helfen soll, gute Pflegeangebote von weniger guten zu unterschieden.

Wenn mit zunehmendem Alter die Erkrankungen zunehmen und eine erhöhte Pflegebedürftigkeit damit einhergeht, ist der Schritt ins Pflegeheim oder die Inanspruchnahme eines Pflegedienstes für Einige unausweichlich. Doch woran erkennt man die Qualität eines professionellen Pflegeangebots? Die Verbraucherzentrale bietet in ihrem Ratgeber "Gute Pflege im Heim und zu Hause" Angehörigen die Möglichkeit, eine eigene Einschätzung zu Pflegeeinrichtungen und Pflegediensten zu erstellen.
Neben einem umfangreichen Checklistensystem, das sich von der örtlichen Lage, über räumliche Gegebenheiten bis hin zur Qualifikation des Personals erstreckt, wird auch die Bewertung durch den medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) vorgestellt. Diese bezieht sich auf die Eckpunkte "pflegerische und medizinische Versorgung", "Umgang mit demenzkranken Bewohnern", "Soziale Betreuung und Alltagsgestaltung" und "Wohnen, Verpflegung, Hauswirtschaft und Hygiene". Im Schulnotensystem (1 bis 5) werden dann Bewertungen anhand dieser Eckpunkte erstellt.
Neben der Möglichkeit, die Pflegequalität allgemein zu beurteilen, geht der Ratgeber im Einzelnen auf pflegerische Herausforderungen ein und bietet Angehörigen und Patienten die Möglichkeit, gute und schlechte Pflege voneinander zu unterscheiden. Dabei orientieren sich die Autoren an den vom Deutschen Netzwerk für qualitative Pflege erstellten "Expertenstandards". Diese Standards sollten den Pflegekräften bekannt sein und das pflegerische Handeln sollte dementsprechend erfolgen.
Die bisher veröffentlichten Expertenstandards befassen sich mit den Themen Vermeidung von Druckgeschwüren, Pflege von Menschen mit chronischen Wunden, Inkontinenz, Sturzvermeidung, Schmerz, Entlassungsmanagement, Ernährung.
Jedes dieser Themen wird im Ratgeber der Verbraucherzentrale erläutert. Neben einer kurzen Erklärung über allgemeine Zusammenhänge und pflegerische Maßnahmen werden abschließend immer Tipps zur Beurteilung der pflegerischen Handlungen gegeben.
Als Beispiel soll hier das Kapitel zum Thema chronische Wunden dienen: "Wunden werden immer dann als chronisch bezeichnet, wenn sie nach vier bis zwölf Wochen trotz Behandlung nicht abheilen". Die häufigsten Wundformen sind der Dekubitus (Druckgeschwür), das diabetische Fußsyndrom und das gefäßbedingte Unterschenkelgeschwür. Laut Expertenstandard müssen Pflegekräfte jede dieser Wunden richtig beurteilen und beschreiben können und die Wundbehandlung in Zusammenarbeit mit der ärztlichen Seite durchführen können. Die verschiedenen Formen der Wundbehandlung sowie die Behandlung von mit der Wunde einhergehenden Komplikationen, wie Schmerzen oder Geruch, werden hinreichend erläutert. Abschließend wird ausgehend von der Frage "Wird der Expertenstandard 'Pflege von Menschen mit chronischen Wunden' eingehalten?" erklärt, was man als Patient oder Angehöriger erwarten kann. Dazu zählen neben der Dokumentation und Behandlung der Wunde auch die Aufklärung und Zusammenarbeit mit dem Patienten.
In Deutschland versuchen Pflegekräfte seit Jahren ein Berufsbild zu schaffen, das weg vom Erfüllungsgehilfen des Arztes, hin zu professionell und eigenständig arbeitenden Experten führt. Aus diesem Grund entwickelten Teams gebildet aus Spezialisten diverser Fachrichtungen die Expertenstandards. Die Tatsache, dass diese Expertenstandards mittlerweile von Laien zur Beurteilung von Pflegequalität herangezogen werden können, ist in jedem Fall positiv zu bewerten, geht es bei der Pflege und Behandlung schließlich um die Patienten.
Der Schritt ins Pflegeheim oder die Inanspruchnahme eines Pflegedienstes wird häufig sehr lange heraus gezögert. Ursache hierfür sind unter anderem die Angst vor dem Unbekannten gepaart mit "Horrorszenarien", die man irgendwo mal gehört hat. Der Ratgeber schafft durch Information Abhilfe.
Das Checklistensystem ermöglicht es in kurzer Zeit die Qualität einer Pflegeeinrichtung zu beurteilen. "Tipps", die separat in grünen Kästchen angeboten werden, können das Leben zu Hause erleichtern.

Die Verbraucherzentralen machen deutlich, was Pflegebedürftige von professioneller Pflege erwarten dürfen. Bei der Auswahl einer Pflegeeinrichtung ist es sicher oft schwierig zu beurteilen, ob die die Aussagen aus Imagebroschüren oder Präsentationen auch im Alltag umgesetzt werden. Wenn ein Pflegebedürftiger unzufrieden mit der Versorgung ist, kann es hilfreich sein, die Broschüre zur Hand zu nehmen. Sie kann dabei unterstützen Kritik angemessen zu formulieren.

Arne Kraft, Auszubildender für Gesundheits- und Krankenpflege (3. Ausbildungsjahr)

Gute Pflege im Heim und zu Hause. Pflegequalität erkennen und einfordern
2. Auflage 2012, 168 Seiten, 9,90 Euro
zur Broschüre im Internet (Dort gibt's eine Leseprobe und auch eine Bestellmöglichkeit.)
Bestellungen per Post sind auch möglich:
Versandservice der Verbraucherzentralen
Adersstr. 78
40215 Düsseldorf

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