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[23.5.2012]

Ja zum Alter!

BAGSO-LogoDie in der BAGSO zusammengeschlossenen Organisationen setzen sich für ein selbstbestimmtes, aktives und engagiertes Älterwerden in sozialer Sicherheit ein. Sie sind überzeugt, dass die Teilhabe älterer Menschen dem Einzelnen, aber auch der gesamten Gesellschaft zugutekommt. In einer Gesellschaft, die nicht nur älter wird, sondern auch schrumpft und 'bunter' wird, kann die von vielen Älteren praktizierte Solidarität mit allen Generationen Vorbild sein.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) hat zum 10. Deutschen Seniorentag eine Hamburger Erklärung veröffentlicht:

"Wir leben in einer Gesellschaft des langen Lebens. Der demografische Wandel bedeutet Herausforderung und Chance – für den Einzelnen und für die Gesellschaft. Die in der BAGSO zusammengeschlossenen Organisationen setzen sich für ein aktives Altern ein und wenden sich entschieden gegen den 'Anti-aging' Trend in unserer Gesellschaft ... Freuen wir uns über die zunehmende Lebenserwartung und versuchen alles dafür zu tun, dass die gewonnenen Jahre auch zu erfüllten Jahren werden.
JA zu einem möglichst gesunden Älterwerden
... Wir wissen heute: Alter ist keine Krankheit, doch die Wahrscheinlichkeit, krank zu werden, steigt mit zunehmendem Alter. Eigenverantwortung ist gefordert und zwar ein Leben lang. Körperliche, geistige und soziale Aktivitäten tragen neben einer ausgewogenen Ernährung zu einem möglichst gesunden Älterwerden bei. Politik, Kommunen und Unternehmen müssen Rahmenbedingungen schaffen und entsprechende Angebote fördern. Prävention und Rehabilitation sind in allen Lebensphasen möglich und sinnvoll, auch bei chronischer Erkrankung, Behinderung oder Pflegebedürftigkeit. Deshalb fordern wir den Ausbau aller Formen von Prävention, auch für Bewohnerinnen und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen, auch für demenziell Erkrankte ... Wir brauchen ein neues Verständnis von Pflege, das die Selbstbestimmung pflegebedürftiger Menschen und ihre gesellschaftliche Teilhabe in den Vordergrund stellt. Ein schonender Umgang mit den Ressourcen unseres Gesundheitssystems liegt im Interesse aller. Mit Nachdruck wenden wir uns jedoch gegen jede, auch verdeckte Form von Rationierung medizinischer Leistungen...
JA zu einem lebenslangen Lernen
... Die Bereitschaft zum lebenslangen Lernen ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für ein erfolgreiches Älterwerden. Das betrifft die beruflichen Fähigkeiten und Fertigkeiten ebenso wie außerberufliche Kompetenzen. Berufsbezogene Weiterbildung ist als Teil eines umfassenden betrieblichen 'Alternsmanagements' neben betrieblicher Gesundheitsfürsorge eine wesentliche Voraussetzung für eine längere Berufstätigkeit. Unverzichtbar ist die Anpassung des Arbeitsplatzes an die Beschäftigten ... Ein selbstständiges und selbstbestimmtes Leben ohne moderne Informations- und Kommunikationstechnologie ist heute immer schwerer möglich. Bildungseinrichtungen, Vereine und Verbände können ältere Menschen unterstützen, mit den technischen Entwicklungen Schritt zu halten.
JA zu einem engagierten Alter
Nach dem Ende der Berufstätigkeit haben viele Menschen oft noch ein Viertel ihres Lebens vor sich, einen großen Teil davon bei relativ guter Gesundheit. Viele Ältere übernehmen Aufgaben innerhalb und außerhalb ihrer Familie und tun damit nicht nur etwas für andere, sondern auch für sich selbst ... Um die Solidarität in Familien gerade bei länger andauernder Pflege nicht zu überfordern, braucht es flächendeckende Entlastungsangebote für pflegende Angehörige... Viele Seniorinnen und Senioren engagieren sich zudem im sozialen, kulturellen oder kirchlichen Bereich, in Politik, Verbänden und Gewerkschaften, im Sport, in Selbsthilfegruppen oder projektbezogenen Initiativen ... Die Politik ist gefordert, Rahmenbedingungen für ein solches Engagement zu schaffen und diese den sich ändernden Bedürfnissen, gerade auch älterer Menschen, anzupassen. Das freiwillige Engagement darf jedoch nicht instrumentalisiert werden und zu einer Verdrängung von Erwerbsarbeit führen ...
JA zu einer Gesellschaft des Miteinanders
Die Herausforderungen, die das Älterwerden für Einzelne und die Gesellschaft mit sich bringt, können nur gemeinsam bewältigt werden. Dies verlangt eine gelebte Solidarität zwischen Jung und Alt, zwischen Reich und Arm, zwischen Menschen mit und ohne Behinderung, zwischen Menschen unterschiedlichen Glaubens oder verschiedener Kulturen ... Staat und Gesellschaft müssen Voraussetzungen und Rahmenbedingungen dafür schaffen, dass alle Bürgerinnen und Bürger selbstständig, selbstbestimmt und gleichberechtigt am Leben der Gesellschaft teilhaben können ...
JA zu einem selbstbestimmten Wohnen
Die große Mehrheit älterer Menschen wünscht sich, möglichst lange in den eigenen vier Wänden und der ihnen vertrauten Umgebung wohnen zu bleiben ... Neue Formen des gemeinschaftlichen Wohnens gewinnen an Bedeutung. Für die einen mag die Haus- oder Wohngemeinschaft Gleichaltriger das Richtige sein, andere ziehen das Mehr-Generationen-Wohnen vor. Auch für Pflegebedürftige, vor allem für Menschen mit Demenz, können Wohngemeinschaften die Lebensqualität positiv beeinflussen. Darüber hinaus muss die Vernetzung von sozialen Dienstleistungen mit Strukturen des freiwilligen Engagements und der Nachbarschaftshilfe gefördert werden ... Seniorengerecht heißt menschengerecht; wir brauchen 'eine Stadt für alle Lebensalter'.
JA zu einem Alter in sozialer Sicherheit
... Die soziale Sicherheit im Alter ist eine grundlegende Voraussetzung dafür, dass sich ältere Menschen auch künftig freiwillig engagieren können. Und auch die Möglichkeiten, Verantwortung für die eigene Lebensgestaltung zu übernehmen oder eine altersgerechte Wohnumgebung zu schaffen, stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit der sozialen Lage der Einzelnen. Mit großer Sorge betrachten die in der BAGSO zusammengeschlossenen Organisationen daher den eingeleiteten Umbau dieser bislang verlässlichen sozialen Sicherungssysteme. Vor allem die Einschnitte in das Alterssicherungssystem sind alarmierend. So wird ein Durchschnittseinkommen künftig nach 35 Beitragsjahren gerade einmal einen Rentenanspruch in Höhe der sogenannten Grundsicherung im Alter ergeben ... Gesundheit und Pflege müssen für alle, auch für die Seniorinnen und Senioren von morgen und übermorgen, bezahlbar bleiben.
JA zu einem würdevollen Sterben
Ein 'Ja zum Alter!' schließt die Auseinandersetzung mit dem Lebensende ein ... Eine aktive Sterbehilfe lehnen wir ab. Die Bereitschaft, Schwerkranken und Sterbenden, aber auch deren Angehörigen beizustehen, ist zu unterstützen. Die Förderung dieses – häufig ehrenamtlichen – Dienstes muss intensiviert werden, z. B. durch Qualifizierung, Hilfestellung und Begleitung. Deshalb sind Palliativmedizin und Palliativpflege flächendeckend auszubauen, ebenso die Hospizdienste."

Wie wollen wir morgen leben?, unser Beitrag zur Jahrestagung der BAGSO vom 22. Okober 2016.
JA zum Alter! Erklärung der BAGSO zum Abschluss des 10. Deutschen Seniorentages pdf Logo (5. Mai 2012)
BAGSO: Entlastung für die Seele. Ein Ratgeber für pflegende Angehörige, unser Beitrag vom 22.2.2012

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