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[23.7.2012]

Interessant, hoch belastend und oft schlecht bezahlt

piktogrammDer Deutsche Gewerkschaftsbund hat eine Studie zu den Arbeitsbedingungen in der Pflege veröffentlicht. Über Monotonie und Langeweile klagen die Befragten nicht. Sonst gibt es allerdings kaum positive Bewertungen. Die Arbeitssituation in der Pflege habe mit fairer Bezahlung und "Guter Arbeit" oft nur wenig zu tun, resümiert ein Autor.

Die Anforderungen an die ArbeitnehmerInnen in Deutschland wandeln sich, werden vielfältiger und oft anspruchsvoller. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) stellt für Deutschland "ein fundiertes Wissen um den Stand der Arbeitsbedingungen vor Ort in den Betrieben" zur Verfügung. Dazu wurde 2007 "der 'DGB-Index Gute Arbeit' entwickelt, um betriebliche und arbeitswissenschaftlich fundierte Mitarbeiterbefragungen durchzuführen.'" Im Rahmen dieser Kampagne wurde auch die Arbeitssituation der beruflich Pflegenden in Deutschland untersucht.
Dazu wurden "rund 3.550 Beschäftigte aus verschiedenen Berufen und Tätigkeitsbereichen in der Kranken- und Altenpflege" befragt. Überwiegend sind sie mit ihrer Arbeit insgesamt zufrieden. Der gemessene Wert liegt aber "knapp unter dem Durchschnitt aller Berufe". Die Arbeit in der Pflege wird weit überwiegend als sehr stressig und als körperlich oft sehr erschöpfend eingeschätzt. "Allerdings empfinden die Beschäftigten in der Pflege ihre Arbeit nur selten als monoton und langweilig."
Trotzdem Pflege grundsätzlich als Frauenarbeit gilt, "verdienen die Frauen im Durchschnitt 11,7 Prozent weniger als die Männer. Frauen verdienen im Durchschnitt monatlich 2.268 Euro, Männer verdienen mit 2.567 Euro rund 300 Euro mehr." Wer nur befristet beschäftigt wird, erhält im Durchschnitt sogar 18 Prozent weniger, als mit einem unbefristeten Arbeitsvertrag.
"Berufserfahrung zahlt sich aus. Das Monatseinkommen von Beschäftigten in Pflegeberufen mit weniger als fünf Jahren Berufserfahrung beträgt im Schnitt 2.012 Euro, bei 10 bis 14 Jahren Berufserfahrung steigt es auf rund 2.346 Euro und bei über 30 Jahren Berufserfahrung klettert es auf rund 2.657 Euro."
"Das Bruttomonatseinkommen in Pflegeberufen beträgt ohne Sonderzahlungen auf Basis einer 38-Stunden-Woche durchschnittlich 2.360 Euro. Am besten bezahlt werden Operationsschwestern und -pfleger mit 3.066 Euro, am geringsten fällt das Monatseinkommen der HelferInnen in der Krankenpflege mit 1.828 Euro aus."
Für Pflegekräfte auf Stellensuche ist besonders interessant: "In Betrieben, für die ein Tarifvertrag gilt, liegt ihr Monatseinkommen mit durchschnittlich 2.597 Euro knapp 19 Prozent über dem Gehalt ihrer Kolleginnen und Kollegen in nicht tarifgebundenen Betrieben mit 2.118 Euro."
 

Arbeit in Pflegeberufen: Interessant, hoch belastend und oft schlecht bezahlt, Pressemmeldung der Hans-Böckler-Stiftung vom 24.7.2012. Dort gibt es auch einen Link zur Studie als pdf-Datei.
Beiträge zu den Arbeitsbedingungen in der Pflege aus dem Jahr 2011 auf www.pflegepolitik.wordpress.com

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