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[23.11.2012]

Smartphones helfen Lebensrettern

Etwa 55 000 Menschen in Deutschland erlitten im Jahr 2010 einen tödlich verlaufenden Herzinfarkt (Quelle: Statistisches Bundesamt). Es kommt nicht mehr genug Blut zum Herzmuskel. Es geht um Minuten. Der Sauerstoff- und Nährstoffmangel führt in der Regel zu Schmerzen, die von der Brust in Arme und Oberbauch austrahlen können. Dieser Brustschmerz geht häufig mit einem Druckgefühl auf dem Brustkorb einher und ist das wichtigste Symptom für einen Herzinfarkt. Durch verhältnismäßig einfache Notfallmaßnahmen kann geholfen werden. Die deutsche Herzstifung hat eine App für das iPhone entwickelt, die über die wichtigsten Maßnahmen der Ersten Hilfen bei Verdacht auf Herzinfarkt informiert.

Mithilfe weniger Fragen, die mit Ja oder Nein zu beantwortet sind, erhält auch ein Laie die Möglichkeit einen lebensbedrohlichen Zustand als solchen zu erkennen und weitere Schritte einzuleiten. Auch die Notrufnummer für den Rettungsdienst ist integriert.
Erinnern Sie sich noch daran, wann die stabile Seitenlage empfohlen wird und wie das geht? Die App zeigt das kurz und knapp. Sollte ein Atemstillstand eintreten, gibt es Erklärungen zur Herzdruckmassage (ohne Beatmung). Sogar ein akustisches Signal wird angeboten, das den Takt zur Wiederbelebung vorgibt.

Die Anweisungen für die stabile Seitenlage sowie die Verhaltensempfehlungen für eine Person mit Brustschmerzen sind gut verständlich.
Über die Notwendigkeit der Atemspenden während der Laienreanimationen wird zur Zeit kontrovers diskutiert. Das European Resuscitation Council, auf das sich auch medizinische Fachzeitschriften berufen, empfiehlt eine Atemspende von Laienhelfern, die über das Wissen aus einem Erste Hilfe Kurs verfügen und sich des Weiteren in der Lage fühlen eine solche Atemspende durchzuführen. Alle anderen sollen sich auf eine reine Herzdruckmassage beschränken. Die Tatsache, dass die Beatmung in der App der deutschen Herzstiftung nicht erwähnt wird, lässt leider den Eindruck entstehen, dass die Atemspende überflüssig geworden ist. Auch ein AED (automatisierter externer Defibrillator) wird nicht erwähnt. Diese Defibrillatoren stehen mittlerweile an vielen öffentlichen Plätzen zur Verfügung. Sie sind so konstruiert, dass sie sich auch von Laien bedienen lassen. Mittlerweile ist die Schulung an diesen Geräten in viele Erste Hilfe-Kurse integriert. Eine Erwähnung wäre also sinnvoll.

Während eines Herzstillstandes ruhig zu bleiben und eine App auf seinem Handy zu öffnen dürfte vielen Menschen schwer fallen. Es ist allerdings nicht ausgeschlossen, dass durch den strukturierten Aufbau der App auch Einigen die erste Hemmschwelle überhaupt etwas zu tun genommen wird.
Das größte Plus ist, dass die App dazu einlädt, ganz ohne Notfall aufgerufen zu werden. So können Kenntnisse über Notfallmaßnahmen aufgefrischt werden. Zu Beginn gibt‘s den Hinweis, dass diese App keinen Erste-Hilfe Kurs ersetzen kann.
... Einen Kurs zu besuchen wäre natürlich besser!

Für alle, die im Notfall keine Fehler machen wollen, empfiehlt die Herzstifung außerdem einen kostenfreien Newsletter, der regelmäßig Infos über das korrekte Verhalten im Notfall bietet. Zudem wird im Newsletter bekannt gegeben, sobald die App auch für Android-Handys erhältlich ist.

Arne Kraft, Gesundheits- und Krankenpfleger

Leben retten mit dem Mobiltelefon – Neue App der Deutschen Herzstiftung für Laien zeigt, was im Herznotfall zu tun ist, Pressemitteilung der Deutschen Herzstiftung
Die Herznotfall-App für das iPhone im iTunes Store.
Die Chancen einen Herzanfall zu überleben, wenn man nicht gerade in einem Krankenhaus ist, seien düster, schreibt der Guardian am 19.11.2012.
IGeL oder nicht IGeL, unser Beitrag über eine App der AOK, die zu den IGeL Angeboten in deutschen Arztpraxen informiert (30. September 2013).
Unser Beitrag zu GesundheitsApps vom 6. Januar 2014.
Unser Beitrag zu DiabetesApps vom 14. Januar 2014.

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