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[10.12.2012]

MRSA ernst nehmen

EM BildEs gibt mehr und mehr Krankheitserreger, die gegen Medikamente widerstandsfähig werden und deshalb immer schwerer behandelt werden können. Häufig wird diese Problematik unter dem Stichwort MRSA beschrieben, obwohl MRSA nur eine kleine Gruppe von vielen Erregern mit ähnlichen Eigenschaften bezeichnet. Infizierte und Angehörige sind oft sehr verunsichert, wenn sie hören, dass ein "Kranhenhauskeim" gefunden wurde.

Ein Wundkeim namens Staphylococcus aureus ist weltweit für die meisten im Krankenhaus übertragenen Infektionen verantwortlich. Werden Menschen mit Staphylokokken infiziert, die gegen gängige Antibiotika widerstandsfähig (resistent) sind, ist das besonders gefährlich. Gegen Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA) hat die Medizin nur wenige Möglichkeiten. Es ist erwiesen, das MRSA Infektionen nicht nur zu schweren Krankheitsverläufen, sondern auch zu mehr Todesfällen führen. Wird festgestellt, dass in einem Krankenhaus vermehrt MRSA Infektionen auftreten, müssen, zum Schutz der PatientInnen deshalb Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden, die im Extremfall bis zur Schließung ganzer Stationen gehen können. Unbestrittene Statistiken zeigen, dass MRSA Infektionen in Deutschland etwa 10 mal wahrscheinlicher sind, als in den Niederlanden oder Skandinavien. "Das Auftreten von MRSA ist nicht schicksalhaft," schreiben die Hygienefachleute von www.mrsa-net.org. Es ist also möglich, MRSA Risiken einzudämmen.

Leider kursieren in der Öffentlichkeit viele widersprüchliche Informationen über MRSA, den Gefahren und sinnvollen hygienischen Maßnahmen. Die Profis von www.mrsa-net.org empfehlen, vor allem in der häuslichen Umgebung für Gelassenheit. Für gesunde Kontaktpersonen (Pflegepersonal und Angehörige) sei das Risiko einer MRSA-Infektion sehr gering. Händeschütteln oder Umarmen von MRSA-Patienten berge keine nennenswerten Risiken. Als Vorsichtsmaßnahme sollten nach dem Besuch die Hände gründlich gewaschen werden. In der häuslichen Gemeinschaft mit MRSA-Trägern sei eine "gute persönliche Hygiene und sorgfältiges Händewaschen" ausreichend.
Für ambulante Pflegedienste wird vor allem die Bedeutung der sorgfältigen Händedesinfektion "vor und nach jeder mit Körperkontakt verbundenen Tätigkeit am Patienten, auch wenn Einmalhandschuhe getragen werden" empfohlen. Einmalhandschuhe "bei möglichem Kontakt zu Körpersekreten oder Ausscheidungen, Versorgung von Wunden, Kathetern, Sonden, Tracheostomata. Nach Beendigung der Tätigkeit werden die Handschuhe sofort entsorgt und die Hände desinfiziert ... Schutzkittel werden bei möglichem Kontakt zu Körpersekreten oder Ausscheidungen und allen pflegerischen Tätigkeiten mit engem Körperkontakt getragen." Ein Mund- Nasenschutz sei nötig, wenn ehöhte Gefahr einer Tröpfcheninfektion besteht, wie zum Beispiel beim Absaugen der Atemwege. "Hauben oder Überschuhe sind nicht sinnvoll."
Mehr Informationen finden sie in den Informationsblättern:

Broschüre von mrsa-net.org: MRSA Management in Senioren und Pflegeheimen. Informationen, Entscheidungshilfen und Plänefür Maßnahmen und Dokumentationen bei MRSA-positiven Heimbewohnern pdf Logo
Broschüre von mrsa-net.org: Umgang mit MRSA in der ambulanten Pflege pdf Logo
Allgemeine Informationen des Gemeinsamen Bundesausschusses zum Thema Hygiene

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