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[5.4.2013]

Die Anforderungen steigen - die Bezahlung nicht

Gespräch bei der Caritas Münster Eine Überprüfung der bisherigen Regeln zur Festlegung der Vergütungen in der ambulanten Pflege hat Jens Spahn (MdB, CDU), der Caritas Münster zugesagt. Vertreter der Altenhilfeeinrichtungen erläuterten dem Gesundheitspolitiker, wie sehr sich die Kostenschere insbesondere für die ambulante Pflege in den letzten Jahren geöffnet hat. Für die Mitarbeiter habe dies zu einer zunehmenden Arbeitsverdichtung geführt. Die Caritas betreut mit 95 Sozialstationen in der Diözese Münster rund 18.000 Patienten. In 200 Altenheimen wohnen 15.000 alte Menschen.

"Problematisch sei vor allem die Orientierung der Vergütungen der häuslichen Krankenpflege an der Grundlohnsumme, erklärte der Sprecher der DiAG ambulante Pflege, Detlev Becker, dem CDU-Politiker. Zum einen seien die Gehälter im Pflegebereich - orientiert an den Tarifen des Öffentlichen Dienstes - stärker als im Durchschnitt gestiegen. Zum anderen würden die ambulanten Dienste durch die hohen Energiekosten besonders getroffen." In den letzten zehn Jahren seien die Personalkosten in der Pflege um 20 Prozent gestiegen. Dem "stehe nur eine Anhebung der Vergütungen durch die Krankenkassen um sieben Prozent entgegen. Einigkeit bestand in dem Gespräch, zum dem die Caritas Spahn eingeladen hatte, dass die Attraktivität des Pflegeberufs erhalten und gesteigert werden muss. Für bedenklich hält auch der Gesundheitspolitiker die Tendenz, durch immer neue Kontrollen und Regelungen einen ganzen Berufsstand unter 'Generalverdacht' zu stellen. Neben einer leistungsgerechten Bezahlung sei Anerkennung notwendig. Die aktuelle Wertschätzung der Bundeskanzlerin, die die Arbeit eines Altenpflegers ihrer eigenen Aufgabe für ebenbürtig befand, ist aus Sicht von Spahn ein guter Ansatz dazu."

Kommentar:
Der Politiker Jens Spahn hat es leicht eine "Überprüfung" zu versprechen, schließlich kann das vieles bedeuten. Die finanziellen Probleme der Pflegeanbieter sind aber sehr konkret. Vielleicht ist es eine gute Idee, den Bundestagsabgeordneten gelegentlich daran zu erinnern, das gehandelt werden muss: jens.spahn@bundestag.de.
Georg Paaßen

Kostenschere öffnet sich für Pflegedienste, Pressemitteilung der Caritas Münster vom 28.3.2013.
Der Gesundheitsminister hatte 2011 zum "Jahr der Pflege" ausgerufen. Pflegepolitische Aktivitäten von Jens Spahn im Jahr 2011.
Ruinieren AOK & Co die ambulante Pflege?, unser Beitrag vom 8.12.2011 über Proteste in Mecklenburg-Vorpommern.

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