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[18.4.2013]

Hilfe! Mehr Zeit für Pflege!

In Nordrhein-Westfalen gibt es rund 930 ambulante Pflegedienste in Trägerschaft der Freien Wohlfahrtspflege. Die 29.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter begleiten, pflegen und betreuen täglich etwa 60.000 Menschen in ihrer häuslichen Umgebung. Die meisten Menschen möchten auch dann zu Hause bleiben, wenn sie pflegebedürftig werden bzw. Leistungen der häuslichen Krankenpflege benötigen. In der Sprache der Politik heißt das: ambulant vor stationär. Die gesetzlichen Krankenkassen verweigern seit Jahren nötige Steigerungen der Vergütung für die häusliche Krankenpflege. Auch deshalb müssen die Pflegeprofis immer mehr Patienten pro Stunde versorgen.

"Die ambulanten Dienste erbringen Leistungen der 'häuslichen Krankenpflege' zur ... Sicherung der ärztlichen Versorgung, die sie mit den Krankenkassen abrechnen ... In den letzten zehn Jahren sind die Kosten in den ambulanten Diensten stark gestiegen. In der Regel fallen rund 80 % der Kosten in einem ambulanten Pflegedienst im Personalbereich an. Allein in diesem Bereich sind im Zeitraum von 2002 bis 2012 die Kosten der tarifgebundenen Dienste der Freien Wohlfahrtspflege um mindestens 20 % gestiegen. Dabei sind die gestiegenen Sachkosten der ambulanten Pflegedienste, etwa durch erhöhte Benzin- und Energiepreise, nicht berücksichtigt. Die Krankenkassen haben diese Kostensteigerungen bei den ambulanten Pflegediensten nie refinanziert: Im gleichen Zeitraum stiegen die Vergütungen der Leistungen für häusliche Krankenpflege seitens der Krankenkassen um gerade einmal 7 %.
Arbeitsverdichtung bei den Pflegekräften, engere Tourenplanung und damit immer weniger Zeit für die Patientinnen und Patienten sind die Folge dieser Unterfinanzierung der Pflegedienste.

Kassen blockieren – Wohlfahrtsverbände reichen Klage ein

Die letzten Verhandlungen über die Vergütungen der häuslichen Krankenpflege mit den Krankenkassen dauerten im Schnitt jeweils fast zwei Jahre. In der Zwischenzeit stagnierten die Vergütungssätze und der Verlust bei den ambulanten Diensten konnte nie wieder aufgeholt werden. Seit 2007 scheiterten alle Verhandlungen und mussten mit einer Schiedsperson weitergeführt werden. Auch dies nutzten die Krankenkassen zu massiven Zeitverzögerungen ... Hauptargument der Krankenkassen gegen angemessene Vergütungssteigerungen ist die Beitragsstabilität in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ... Was die Krankenkassen verschweigen: Die häusliche Krankenpflege macht nur rund 2 % der gesamten Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen aus. Zudem wird derzeit laut über die Verwendung eines Milliardenüberschusses bei den gesetzlichen Krankenkassen nachgedacht."

Hilfe! Mehr Zeit für Pflege! Informationen zum Hintergrund, Text auf der Internetseite zur Kampagne (geprüft am 18.4.2013).
Die Gesundheitsminister hatten 2011 zum "Jahr der Pflege" ausgerufen. Was in dem Jahr öffentlich zur ambulanten Pflege diskutiert wurde, können Sie hier nachlesen.
Die Anforderungen steigen - die Bezahlung nicht, die Caritas Münster protestiert. Unser Beitrag vom 5.4.2013.

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