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[4.5.2013]

Angehörige sind der "größte Pflegedienst der Nation"!

Initiative Armut durch PflegeDie Initiative "Armut durch Pflege" macht Lobbyarbeit für die Interessen von pflegenden Angehörigen. Da ist der Bundestagswahlkampf eine gute Gelegenheit. In einem dreiseitigen Brief an zuständige Mitglieder des Bundestags begründen sie ihre drei Wahlprüfsteine für die Entscheidung im September. Damit können Sie für viel Gesprächsstoff in jeder Wahlversammlung sorgen.

"In Deutschland pflegen mindestens 4 Millionen Menschen aller Alters- und Sozialgruppen pflegebedürftige Angehörige ... Demographisch bedingter, wachsender Pflegebedarf wird in Zukunft nicht nur die Zahl pflegender Angehöriger deutlich steigern, sondern auch die Anforderungen in der Familienpflege. Doch für viele Tausende Bürger und Bürgerinnen in unserer Gesellschaft ist wohlgemeinte Pflegeleistung schon heute wirtschaftlich problematisch und führt oft zu einem Prozess finanzieller Verarmung und sozialer Ausgrenzung. Viele werden ohne Verschulden zu Hartz IV Empfängern.
Dabei leisten 64% aller pflegenden Angehörigen eine weitgehend unbezahlte "Rund um die Uhr Pflege", die im Umfang oft einer Vollzeitbeschäftigung entspricht oder diese sogar noch übersteigt. Der Produktionswert der informellen Familienpflege in Deutschland wurde bereits 1997 mit 52,2 Mrd. € berechnet. Dem gegenüber erreichten die Leistungsausgaben der sozialen Pflegeversicherung im gleichen Jahr lediglich 14,2 Mrd. €. Unbezahlte pflegende Angehörige tragen damit seit Jahrzehnten erheblich und in wachsendem Umfang zur Entlastung des Sozialversicherungssystems bei, auch im Heimbereich aufgrund der schlechten Personalsituation ... Tatsache ist, dass ambulante Dienste auch mit weiteren Investitionen für pflegende Familien oft nicht bezahlbar sind und pflegende Angehörige auch zukünftig auf Eigenengagement angewiesen sind. In einem wirtschaftlich hochentwickelten Land wie Deutschland ist es unverantwortlich, dass diese Situation Menschen in eine Verarmung zwingt."
Die unverschuldete Situation pflegender Angehöriger wird in vielen Schicksalsberichten von Betroffenen deutlich, die die Initiative Armut durch Pflege (eine Initiative des Vereins wir pflegen) seit 2010 sammelt.
"Armut durch Pflege" fordert die Parteien auf für die nächste "Legislaturperiode klare Konzepte zur Verbesserung der finanziellen Unterstützung in der häuslichen Familienpflege vorzustellen".

Finanzierung von guter Pflege
"Angleichung des Pflegegeldes an die Pflegesachleistungen (SGB XI)
Da Pflegegeld um mehr als die Hälfte geringer ist als Pflegesachleistungen, werden in Deutschland viele Pflegebedürftige und Familien gezwungen, eine Versorgung in Heimen zu suchen. Dies widerspricht den Wünschen der meisten pflegebedürftigen Personen und dem Prinzip ‚ambulant vor stationär’. Pflegende Angehörige fordern, dass das Pflegegeld für Pflegebedürftige den Pflegesachleistungen für ambulante oder stationäre Dienste angeglichen wird, um die Diskriminierung und das erhöhte Armutsrisiko in der Familienpflege zu beseitigen."

Kein Hartz IV für pflegende Angehörige
"Pflegende Angehörige sind wichtige Leistungsträger des Pflegesystems in Deutschland. Bei der Einführung der Hartz IV Gesetze wurden pflegende Angehörige und ihre unbezahlten Leistungen ungenügend berücksichtigt. Dass ihre unbezahlten Leistungen nicht anerkannt werden und Tausende ungerechterweise als ‚Arbeitssuchende’ in Hartz IV eingestuft werden, ist menschenunwürdig und bedarf einer dringenden Diskussion über die wirkliche Leistung der Familienpflege. Pflegende Angehörige fordern eine Neuregelung und Aufwertung der Grundsicherung für langfristig pflegende Angehörige."

Gerechtere Finanzierung der Pflege
"Die grundlegende Finanzierung des Pflegesystems in Deutschland reicht nicht aus, den zukünftigen Pflegebedarf zu decken. Darüber sind sich alle Experten einig. Pflegende Angehörige fordern dringend Maßnahmen für eine progressive, solidarische und paritätische Finanzierung der Pflege, die die Einnahmebasis erweitert und nicht einseitig auf Kosten der Versicherten geht."

Die Iniative Armut durch Pflege im Internet.
Das Schreiben an die Mitglieder der Bundetags-Ausschüsse "Gesundheit", "Familie" und "Soziales" als pdf Logo-Datei.
Die Gesundheitsminister hatten 2011 zum "Jahr der Pflege" ausgerufen. Was in dem Jahr öffentlich zu pflegenden Angehörigen diskutiert wurde, können Sie hier, in mehr als 90 Beiträgen, nachlesen.
Gedanken zu Pflegestatistik und zur Bedeutung der Leistungen von pflegenden Angehörigen in unserem Beitrag vom 3.2.2007.
Pflege ist Gesundheitsrisiko, unser Beitrag zu einer Studie der Siemens BKK vom 5.3.2011.

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