PFLEGESTUFE.INFO --WERBUNG--
Menü - Anzeigen  | Lupe Suche
[29.5.2013]

Schmerzmanagement in der Pflege

Hospizbewegung und Palliativpflege haben in den letzten zwei Jahrzehnten erhebliche Fortschritte gemacht und vielen leidenden Menschen das Leben erleichtern können. Doch solche Erkenntnisse brauchen lange, bis sie im Alltag der "normalen Altenpflege" verankert werden können. Grund genug hier auf das neun Jahre alte Heft "Schmerzmanagement in der Pflege" hinzuweisen.

Grundgesetz, Artikel 2, Absatz 2: "Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit [...]". Doch plötzlich ist er da, ein heftiger stechender Schmerz im Rücken, in den Gelenken, im Kopf oder sonst wo. Meist vergehen Schmerzen mit Ruhe oder gegebenenfalls einer leichten Schmerztablette. Was aber ist zu tun, wenn der Schmerz bleibt, chronisch wird? Bei einem Schmerz, der sich hartnäckig hält und das Handeln und Sein der Betroffenen in jeder Lebenslage beeinflusst. In Anlehnung an die sogenannten Expertenstandards veröffentlichte das Kuratorium deutsche Altershilfe (KDA) bereits 2004 eine Zeitschrift zum Thema Schmerz. Der Expertenstandard "Schmerzmanagement in der Pflege" wurde im Januar 2004 herausgegeben und 2011 überarbeitet. Vor dem Hintergrund Pflege auf wissenschaftlichem Niveau betreiben zu wollen, formulierten Pflegeexperten Maßnahmen und notwendiges Grundwissen zur Behandlung von Schmerzen. Da ein Expertenstandard jedoch dem wissenschaftlichen Anspruch genügen soll, eignet er sich nur bedingt als Nachschlagewerk für die alltägliche Praxis.

In mehreren Artikeln werden die unterschiedlichen Facetten des Schmerzes beleuchtet, die Therapie erklärt und die Voraussetzungen für die Etablierung des Expertenstandards Schmerz in deutschen Pflegeeinrichtungen erarbeitet. In dem ersten Artikel wird zwischen akutem und chronischem Schmerz unterschieden. Während der akute Schmerz als sinnvolles Warnsymptom bezeichnet wird, das innerhalb eines bestimmten Zeitraums vorübergeht, handelt es sich bei dem chronischem Schmerz, um einen Schmerz, der seine Warnfunktion verloren hat und "einfach nur noch da" ist. Im Anschluss wird das Schicksal von Sigrid Lennert (Name von der Redaktion geändert) beschrieben. Durch eine Deformation ihrer Wirbelsäule litt Frau Lennert stärkste Schmerzen, die sich auch nach Infusions- und operativer Therapie nicht besserten. Erst durch das Aufsuchen einer sogenannten Schmerzambulanz wurden die Schmerzen soweit verringert, dass Sie "heute immerhin ohne Probleme mehrere hundert Meter weit gehen kann".
In einer Schmerzambulanz wie sie von Frau Lennert aufgesucht wurde, wird den Patienten von spezialisierten Ärzten, Pflegekräften, Psychologen und anderen Berufsgruppen die Möglichkeit geboten, in mehreren Sitzungen eine individuelle Therapie zu erhalten. Neben der herkömmlichen Schmerztherapie durch Tabletten und Infusionen, können auch invasive Maßnahmen, wie die Anlage eines Schmerzkatheters nahe des Rückenmarks oder nervenstimulierende Verfahren wie die sogenannte Spinal Cort Stimulation oder Psychotherapie angeboten werden. Im darauffolgenden Interview mit dem Schmerzexperten und Mediziner Dr. Uwe Junker erläutert dieser, dass Schmerz nicht ein zwingendes Begleitsymptom des Alterns ist und dass der Expertenstandard durchaus Möglichkeiten bietet, bestehende, noch nicht chronische Schmerzen zu behandeln.
Der dritte Artikel des KDA-Heftes fasst den Expertenstandard Schmerz zusammen und liefert zeitgleich einige Kopiervorlagen und Tipps, die direkt in die Praxis übernommen werden können. In den darauffolgenden Artikeln werden weitere Themen behandelt, die zwar nicht mehr im Zusammenhang mit dem Hauptthema Schmerz stehen, jedoch ebenfalls hohe Relevanz für Pflegende und Patienten haben. Trotz des Alters dieser Ausgabe vom KDA ( Heft 4/2004) sind die Themen auch jetzt knapp ein Jahrzehnt später immer noch aktuell. Gerade diese Tatsache macht deutlich wie lange die Veränderung eingefahrener Strukturen dauert.

Arne Kraft, Gesundheits- und Krankenpfleger

KdA: Leben ohne Schmerz? Der Expertenstandard "Schmerzmanagement in der Pflege", Themenheft der Zeitschrift 'Pro Alter', Ausgabe 4/2004. Das Heft sollte in vielen Fachbibliotheken zu finden sein. Auf der Internetseite kann die Ausgabe gegen Gebühr teilweise heruntergeladen werden.
Verzweiflung der Sterbebegleiter, unser Beitrag zu bürokratischen Hindernissen bei den ambulanten Hilfen für Sterbende vom 31.3.2009.
Jeder 5. Österreicher leidet ständig unter starken Schmerzen. Das bedeutet nicht nur einen Verlust an Lebensqualität für die Betroffenen, sondern auch Gesundheitskosten im Ausmaß von jährlich zwischen 1,4 und 1,8 Milliarden Euro – eine gewaltige Summe, die mit entsprechenden Maßnahmen verringert werden könnte." Das ist die Einleitung zu einer Unterschriftenaktion auf www.schmerz-allianz.at
Bericht zu unserer Recherche zum Thema Sterbebegleitung im Altenheim (2012)

Möchten Sie unsere
Nachrichten aus der Pflege
[abonnieren?]

[Über Verknüpfungen/Links ...]


[430. Nachricht aus der Pflege]