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[2.8.2013]

Kopfprämien für Pflegeprofis

Der Fachkräftemangel im Pflegebereich trägt hin und wieder seltsame Blüten. Kopfprämien zu zahlen, wenn eine Pflegefachkraft vermittelt wird, ist eine davon. Aus Bayern kommt ein deftiger Kommentar dazu: "Unding" und "Offenbarungseid für jahrzehntelange verfehlte Tarifpolitik" nennt es Elfriede Schießleder. Sie ist Vorsitzende des Bayerischen Katholischen Deutschen Frauenbunds.

"Wer einen ordentlichen Lohn zahlt, braucht nicht mit Kopfgeldprämien Arbeitskräfte anwerben. Da ist sich Elfriede Schießleder, die Vorsitzende des Bayerischen Landesverbandes des Katholischen Deutschen Frauenbundes, sicher. In der Diskussion um den Pflegenotstand sagt die Vorsitzende des größten Frauenverbandes in Bayern: 'Eine Arbeitsstelle mit nachhaltiger Perspektive für berufliche Entwicklung und ein ordentliches Einkommen für eine Familie reichen aus, um auch diesem Bereich Attraktivität zu verleihen.' Es sei ein Unding, jetzt dem Notstand an Arbeitskräften im Pflegebereich mit Kopfgeldprämien zu begegnen, so Schießleder. Solche Methoden zur Rekrutierung von Arbeitskräften seien ein Offenbarungseid für jahrzehntelange verfehlte Tarifpolitik. Nach Ansicht des Frauenbundes entsprechen die Einkommen im sozialen Bereich - unabhängig von Betreuung am Lebensanfang oder am Lebensende - in keiner Weise der langen Ausbildung und hoch anspruchsvollen Tätigkeit dieser Fachkräfte. Das sei einer der Gründe, warum in diesen Arbeitsgebieten nicht ausreichend Kräfte zur Verfügung stehen. Angesichts der demographischen Entwicklung müsse es darum gehen, dass sich der Lohnabstand zwischen produzierendem Gewerbe und Care-Berufen verringere, fordert Schießleder. Wenn mit einer Vollzeitstelle im Care-Bereich ein existenzsicherndes Einkommen zu erzielen wäre und Aufstiegschancen gegeben wären, würde es vermutlich gar keinen Notstand geben. Der Frauenbund setzt sich seit vielen Jahren für eine leistungsgerechte Vergütung der Pflege- und Gesundheitsberufe ein und für die monetäre Berücksichtigung der für das Berufsfeld notwendigen emotionalen, sozialen und medizinisch-technischen Kompetenzen."

 

KDFB kritisiert Kopfgeldprämien für Arbeitskräfte im Pflegebereich, Pressemitteilung des Bayerischen Katholischen Deutschen Frauenbund (KDFB) vom 18. Juli 2013.
Der Bundesgesundheitsminister hatte 2011 zum "Jahr der Pflege" ausgerufen. Im Blog www.pflegepolitik.wordpress.com haben wir über 100 Beiträge zum Fachkräftemangel in der Pflege aus 2011 für Sie zusammen getragen.

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