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[20.9.2013]

Demenz: den Weg gemeinsam gehen

LogoDie Zahl der Demenzerkrankungen nimmt ständig zu, und die Zeit drängt. Der hohe und lange Pflegeaufwand macht sie zu einer der teuersten Krankheiten im Gesundheitssystem. Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels, mit mehr Erkrankten und immer weniger personellen und finanziellen Ressourcen, werden die Demenzen zu einer der größten Herausforderung für das Gesundheits- und Sozialwesen weltweit. Gemeinsam fordern Selbsthilfe- und Wissenschaftsorganisationen Änderungen bei der staatlichen Forschungsförderung.

" 'Bislang gibt es kein Medikament, das die Alzheimer-Krankheit heilen kann. Irgendwann wird eine wirksame Therapie zur Verfügung stehen, aber wann das sein wird, ist völlig unklar', so Frau Prof. Isabella Heuser, Charité Berlin, vom Vorstand der Hirnliga. 'Die Forschung geht intensiv voran und es gibt vielversprechende Ergebnisse, aber auch Ernüchterungen, so ist etwa die Euphorie über eine baldig verfügbare ursachenbezogene Behandlung verflogen ... Bei einer frühzeitigen Diagnose und rechtzeitigem Beginn der Demenz-Therapie ist es möglich, den Verlauf der Krankheit positiv zu beeinflussen', so Prof. Heuser weiter. Dabei sollen Medikamente, nichtmedikamentöse Therapien und pflegerische Maßnahmen in einem therapeutischen Gesamtkonzept eingesetzt werden. Die Therapien bewirken eine Verlangsamung der Krankheitsentwicklung und ermöglichen den Betroffenen und ihren Angehörigen, über einen längeren Zeitraum in Selbstbestimmung und Würde zu leben.
Die Ärztin und Wissenschaftlerin wünscht sich eine Änderung der Forschungsförderung in Deutschland. So sollten auch Projekte, außerhalb der üblichen Forschungsansätze gefördert werden, damit so schnell wie möglich eine effektive medikamentöse Behandlung entwickelt werden kann.
'Demenzkranke müssen als Mitglieder unserer Gemeinschaft akzeptiert, ihre Bedürfnisse von der Zivilgesellschaft als verpflichtende Aufgaben wahrgenommen werden ... Wir wissen aus vielen Modellversuchen, was zu tun ist. Mehr als schöne Reden und Verständnis brauchen die Erkrankten ein entsprechend solide finanziertes System. Solange mit Kranken- und Pflegekassen unterschiedliche 'Töpfe' existieren führt das zu Fehlanreizen, denn die komplexen Leistungen in Diagnostik und Therapie werden ... nicht adäquat honoriert. Mit der Konsequenz, dass Demenzkranke, gemessen an internationalen Standards, in Deutschland nicht angemessen behandelt werden', so der Präsident der deutschen Alterspsychiater Prof. Dr. Hans Gutzmann.
'Solange die Trennung zwischen Kranken- und Pflegekasse bestehen bleibt, ist es für eine Krankenkasse betriebswirtschaftlich nicht sinnvoll, eine Behandlung zu bezahlen, deren Nutzen – durch die erst später eintretende Pflegebedürftigkeit – die Pflegekasse hat', so Prof. Hans Gutzmann weiter.
Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft wendet sich dieses Jahr unter dem Motto 'Demenz – den Weg gemeinsam gehen' an die Öffentlichkeit. 'Menschen, die an einer Demenz erkranken, und ihre Familien stehen am Beginn eines langen, oftmals schwierigen Weges. Doch sie müssen und sollen diesen Weg nicht alleine gehen. Sie brauchen Information, Beratung und Unterstützung. Und sie brauchen Wegbegleiter: Freunde und Kollegen, die sie weiterhin besuchen, Nachbarn, die ihre Hilfe anbieten und kompetente Fachleute aus Pflege, Beratung, Medizin und Therapie. Und nicht zuletzt eine Gesellschaft, die sie so akzeptiert, wie sie sind', so Heike von Lützau-Hohlbein, Vorsitzende der Deutschen Alzheimer Gesellschaft (DAlzG).

Seit 1994 findet jeweils am 21. September der Welt-Alzheimertag statt, der von der Dachorganisation Alzheimer’s Disease International (ADI) mit Unterstützung der WHO initiiert wurde, um die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die Alzheimer-Krankheit und andere Formen der Demenz-Erkrankungen zu richten."

Quelle: Pressemitteilung der DAlzG vom 19. September 2013

 

Kontaktadressen:

Hirnliga e.V., Telefon: 02262 / 999 99 17
www.hirnliga.de
Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz, Telefon: 030 / 25 93 79 5-0
www.deutsche-alzheimer.de
www.welt-alzheimertag.de
Deutsche Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und –psychotherapie e.V., Telefon: 02262 / 79 76 83
www.dggpp.de
Unser Beitrag zum Welt-Alzheimertag 2016 auf www.pflegegrad.info.

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