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[4.10.2013]

Report Altersdaten

Im Juli 2013 veröffentlichte das Deutsche Zentrum für Altersfragen (DZA) seinen 'Report Altersdaten'. Darin werden die Lebensformen und Paarbeziehungen älterer Menschen sowie die Beziehungen zwischen den Generationen einer Familie untersucht und dargestellt. Der Bericht basiert auf der amtlichen Statistik des Deutschen Alterssurveys (DEAS).

Die Lebensumstände älterer Menschen ändern sich im Lauf der Zeit. Gründe hierfür sind unter anderem die Angleichung der Lebenserwartung zwischen den Geschlechtern und das der Anteil der Männer steigt, je weiter der Weltkrieg zurückliegt. Mehrheitlich leben unter 80-jährige Menschen als Ehepaar, wobei der Anteil der verheirateten Männer höher ist, als der der Frauen. Im Alter von 80 Jahren oder älter leben noch 61 % der Männer in einer Paarbeziehung, wohingegen es bei den Frauen nur noch 22 % sind. Je älter die Menschen werden, desto eher leben sie alleine. Aufgrund der höheren Lebenserwartung ist der überwiegende Teil der Frauen dieses Alters verwitwet (64 %). Dieser Prozentsatz sank in den vergangenen Jahren; 1991 waren noch 78 % der 80-jährigen Frauen oder älter verwitwet. Hingegen lassen sich immer häufiger Ehepaare scheiden, viele dieser Menschen heiraten anschließend erneut oder leben in einer nicht ehelichen Paarbeziehung. Deutlich häufiger wird eine Folgeehe nach einer Scheidung als nach dem Tod des Ehepartners geschlossen. Im hohen Alter sind Vermählungen sehr selten, nur zwei Prozent der Frauen und vier Prozent der Männer mit 60 Jahren oder älter entschließen sich zu diesem Schritt. Der überwiegende Teil (2/3) der Ehen im höheren Alter wird von Männern und nur ein Drittel von Frauen geschlossen. Ein Grund für diese Unterschiede zwischen den Geschlechtern könnte die höhere Anzahl unverheirateten Frauen sein, die die Heiratschancen der Männer erhöhen. In der Regel heiraten ältere Männer eine jüngere Partnerin, dies traf auf 88 % der Männer ab dem 60sten Lebensjahr zu, in 41 % der Fälle war die Auserwählte sogar 10 Jahre jünger und mehr. Bei den Frauen heiraten 39 von 100 einen jüngeren und 54 einen älteren Partner.
Anders als vielleicht von Einigen befürchtet wohnen die meisten Älteren im Privathaushalt, erst ab dem 80sten Lebensjahr steigt der Anteil derjenigen, die in einer Gemeinschaftseinrichtung leben. Der Report geht davon aus, dass wenigstens 1/3 derjenigen, die älter als 80 Jahre werden, die letzte Lebensphase im Pflegeheim verbringt. Die Haushaltsgröße der Privathaushalte verringert sich mit dem älter werden. Während noch 66 % der Frauen im Alter zwischen 60-69 Jahren im Zweipersonen- und 9 % im Mehrpersonenhaushalt leben, sind es bei den 80-jährigen und älter nur noch 27 %, die sich die Wohnung mit einer anderen Person teilen, bzw. 6 %, die mit mehreren Personen zusammenleben. Die Mehrzahl der Frauen dieses Alters wohnt im Einpersonenhaushalt (67 %). Männer demgegenüber leben auch im hohen Alter mehrheitlich in einem Zweipersonen-Haushalt, im Alter von 80 Jahren und mehr sind dies noch 67 %, 5 % leben im Mehrpersonen-Haushalt und nur 28 % alleine.
Die Chance, das heute ein Mensch seinen 70sten Geburtstag erlebt ist wesentlich höher als noch vor 100 Jahren. Von den im Jahr 1871 geborenen Männern überlebte nur die Hälfte das 45. Lebensjahr, bei den Frauen starb fast die Hälfte vor dem 50. Lebensjahr. Beim Geburtsjahr 1950 hingegen wird die Hälfte der Männer wahrscheinlich 79 Jahre und 50 % der Frauen sogar 85 Jahre alt. Damit wird es wahrscheinlicher, die Geburt der Enkel oder sogar Urenkel mitzuerleben. Dem entgegen steht die spätere Gründung einer Familie und die zunehmende Kinderlosigkeit der heutigen Generation. Die Familienstruktur hat sich auch durch die geringere Kinderzahl verändert. So stehen für Hilfeleitungen und Unterstützung innerhalb der Familie deutlich weniger Familienmitglieder zur Verfügung. Die räumliche Entfernung zwischen erwachsenen Kindern und deren Eltern hat sich in den vergangenen Jahren erhöht. Lebten 1996 noch 22 % in der unmittelbaren Nachbarschaft, waren es 2008 nur noch 16 %. Dafür wohnten 41 % mehr als 2 Stunden vom Wohnort der Eltern entfernt, 1996 waren es nur 34 %. Zwar hat sich Mobilität der Familienmitglieder erhöht, dagegen veränderte sich die Kontakthäufigkeit seit 1996 kaum. 90 % der befragten Eltern gaben in der DEAS-Erhebung an eine enge oder sehr enge Beziehung zu ihren Kindern zu haben.

Urte Paaßen

 

Sonja Nowossadeck und Heribert Engstler: Familie und Partnerschaft im Alter. Report Altersdaten 3|2013 pdf Logo. Deutsches Zentrum für Altersfragen, Deutschen Alterssurveys (DEAS), Berlin, 2013
'Report Altersdaten' bietet Einblicke in familiale und partnerschaftliche Lebensformen von älteren Menschen, Pressemitteilung des Paritätischen vom 10.9.2013.

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