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[10.12.2013]

Demenz im Krankenhaus

Viele Menschen mit Demenz haben nicht nur diese Krankheit, sondern auch andere Beschwerden, die einen Krankenhausaufenthalt nötig machen können. Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft veranstaltete eine Tagung über Möglichkeiten, Menschen mit Demenz in Krankenhäusern besser zu unterstützen. Rooming-in oder die systematische Unterstützung durch Ehrenamtliche sind nur zwei Ideen. Viele der Diskussionen und Praxisbeispiele sind in einer Broschüre zur Tagung zu finden.

"Krankenhäuser sind für Menschen mit Demenz eine belastende Umgebung. Sie können sich dort schlecht orientieren, haben ihre vertrauten Bezugspersonen nicht um sich und verstehen die Handlungsabläufe nicht. Auch für das Personal sind demenzkranke Patienten oft eine besondere Herausforderung: ein einfühlsamer Umgang mit ihnen erfordert Zeit, die im Stationsalltag meist nicht vorhanden ist ... Vor diesem Hintergrund lud die Deutsche Alzheimer Gesellschaft (DAlzG) am 2. Dezember zur Tagung „Menschen mit Demenz im Krankenhaus“ nach Kassel ein. Mehr als 230 Mitarbeiter aus Krankenhäusern, ehrenamtlich tätige „Grüne Damen“ und Mitglieder der Alzheimer-Gesellschaften kamen zusammen, um sich über Möglichkeiten zur Verbesserung der bestehenden Situation auszutauschen.
Wie dringend es ist, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, zeigte der Bericht von Cornelia Usbeck, deren demenzkranker Vater im Oktober 2011 in einem hessischen Krankenhaus überraschend an den Folgen eines Sturzes verstarb. Während des Aufenthaltes hatten die Angehörigen auf erhebliche Mängel im Umgang mit ihm hingewiesen. Die Klagen, die von der Tochter und der örtlichen Alzheimer-Gesellschaft an das Krankenhaus herangetragen worden sind, führten dazu, dass das Krankenhaus heute mit dem Einsatz ehrenamtlicher Helferinnen ein spezielles Angebot für Demenzkranke geschaffen hat. Eine dauerhafte Finanzierung dafür muss allerdings erst noch gefunden werden...
Dr. Jochen Hoffmann vom Krankenhaus St. Hildegardis in Köln stellte das Konzept der „Station Silvia“ vor, auf der acht demenzkranke Patienten mit unterschiedlichen Indikationen - getrennt von Patienten ohne kognitive Störungen - versorgt werden. In einem wissenschaftlichen Projekt wird dort evaluiert, ob auch wissenschaftlich messbar ist, was vom Personal und den Betroffenen bereits als Vorteil wahrgenommen wird - nämlich ein Rückgang von freiheitsentziehenden Maßnahmen, kürzere Verweildauern und eine Verbesserung der Alltagsfähigkeiten.
Neben der Schulung von Mitarbeitern im Krankenhaus – nicht nur der Pflege, sondern auch von Ärzten und anderem Personal – hoben verschiedene Referenten und auch Teilnehmer aus dem Publikum die Wichtigkeit von ergänzender ehrenamtlicher Betreuung hervor ... Alise Höhn, Einsatzleiterin der „Grünen Damen“ in Bad Dürkheim, berichtete von den Aufgaben des ehrenamtlichen Besuchsdienstes.
Es gibt bereits einige gute Praxisbeispiele, sie sind jedoch bei Weitem noch nicht flächendeckend vorhanden. Dr. Winfried Teschauer, Vorstandsmitglied der DAlzG und Moderator der Tagung, wies deshalb ausdrücklich darauf hin, dass angesichts des demografischen Wandels und der zunehmenden Zahl von demenzkranken Patienten der Schritt zur Entwicklung eines demenzsensiblen Krankenhauses unumgänglich sei."

 

Pressemeldung zum Bericht über die Tagung Demenzsensible Krankenhäuser sind unverzichtbar – und machbar! der DAlzG vom 4.12.2013
Broschüre der Deutschen Alzheimer Gesellschaft: Menschen mit Demenz im Krankenhaus. Auf dem Weg zum demenzsensiblen Krankenhaus, 2013, Broschüre mit DVD, 10 €.
Verwirrt im Krankenhaus, unser Beitrag vom 23. Juli 2012

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